AI in Marketing: Was 500 Fachleute in Zürich bewegte

500 Fachleute diskutierten in Zürich über generative KI, Automatisierung und die Zukunft des Marketings. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick.

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr – sie verändert Marketing und Kommunikation heute konkret und tiefgreifend. Die zweite AI in Marketing Konferenz in Zürich hat gezeigt, wie weit die Branche bereits ist – und wo die grössten Fragen noch offen bleiben.

Ausverkauft – und voller Substanz

Am 30. April 2026 versammelte die AI in Marketing Konferenz im The Circle am Flughafen Zürich mehr als 500 Fachpersonen aus Marketing, Kommunikation und Technologie. Alle Plätze waren im Vorfeld vergeben. Auf vier parallel bespielten Bühnen boten zwölf Keynotes, elf Masterclasses und ein Panelgespräch aktuelle Einblicke in den KI-Einsatz – präsentiert von insgesamt 41 Expertinnen und Experten.

Effizienz, Automatisierung, datenbasierte Strategie

Im Zentrum standen Themen wie generative KI, Agents und die Automatisierung von Marketingprozessen – sowie der praktische Einsatz von Tools zur Erstellung von Texten, Bildern und Videos. Besonders gefragt waren Beiträge, die zeigten, wie Marketingteams durch KI effizienter arbeiten und Strategien datenbasiert optimieren können. Unternehmen wie Helvetia und Syngenta sowie Agenturen wie Jung von Matt, Unic und Kuble gewährten einen Einblick in ihre KI-Prozesse und teilten konkrete Learnings aus der Praxis. Vertreter von Canva, Microsoft und Meta ergänzten das Bild mit globalen Perspektiven.

Nicht nur Chancen – auch kritische Fragen

Neben den Erfolgsgeschichten lieferte die Konferenz auch unbequeme Erkenntnisse: Studien der Universität Bern sowie von Unic/HWZ und Feinheit zeigten, wie KI bereits heute Kultur, Gleichstellung und Arbeitsprozesse verändert – und das nicht immer zum Vorteil aller Beteiligten. Diese kritische Auseinandersetzung hob die Konferenz über eine reine Tool-Show hinaus ab.

Wer sind «alle Beteiligten»?

Besonders betroffen sind Mitarbeitende in kreativen und administrativen Berufen, deren Aufgaben zunehmend automatisiert werden, sowie Frauen und Minderheiten, die von algorithmischen Verzerrungen überproportional betroffen sein können. Auch Unternehmen selbst tragen Verantwortung – wer KI-generierte Inhalte unkritisch einsetzt, riskiert Qualitäts- und Reputationsschäden.

Kreativität und KI: Eine offene Frage

Das Rahmenprogramm setzte bewusst kreative Akzente: Eine AI Art Exhibition zeigte Werke von fünf Schweizer KI-Künstlerinnen und -Künstlern. Im Panel «Ist das Kunst oder kann das weg?» wurde diskutiert, ab wann etwas als Kunst gilt – und wer dies definieren darf. Eine Frage, die in der Marketing-Branche zunehmend relevant wird.

KI im Marketing ist keine Option mehr – sie ist Pflicht

Die AI in Marketing Konferenz hat eindrücklich belegt, dass KI im Marketing nicht mehr optional ist. Wer jetzt nicht in Kompetenz und kritisches Verständnis investiert, riskiert den Anschluss. Die nächste Ausgabe dürfte nochmals deutlich mehr Zulauf finden.