ETH Zürich und EPFL versprachen ein KI-Modell, das mit den Weltmarktführern ChatGPT und Gemini konkurrieren könne. Die Realität sieht aber leider anders aus: Apertus scheitert bereits an simplen Rechenaufgaben.
Die Schweiz hat ihr eigenes KI-Modell: Apertus, entwickelt von ETH Zürich, EPFL und dem Supercomputing Centre CSCS. Doch wer hofft, endlich eine Alternative zu ChatGPT aus heimischer Produktion zu bekommen, wird bitter enttäuscht sein.
Vollmundige Versprechen, magere Realität
Apertus wirbt mit beeindruckenden Zahlen: über 1000 unterstützte Sprachen, 15 Billionen Trainingswörter und sogar einen speziellen „Schwiizerdütsch-Mode“. Die Realität sieht aber leider ernüchternd aus. Bereits bei simplen Rechenaufgaben scheitert das System kläglich – ein fataler Schwachpunkt, den selbst die Entwickler einräumen müssen.
Sprachtalent? Von wegen!
Besonders peinlich wird es bei den vielgepriesenen Sprachfähigkeiten. Ausgerechnet Rätoromanisch – eine der vier Schweizer Landessprachen – entpuppt sich als Achillesferse. Während GPT-5 zumindest passable Übersetzungen liefert, produziert Apertus nach Expertenurteil praktisch unbrauchbare Texte voller Grammatikfehler und Sprachen-Mischmasch.
Auch beim Schweizerdeutsch, für das es sogar einen eigenen Knopf gibt, versagt Apertus spektakulär. Der produzierte Dialekt wirkt zusammengewürfelt und gekünstelt – so spricht niemand in der Deutschschweiz. Ein Test-Rap zum Zürisee gerät zu einer 83-zeiligen Aneinanderreihung sinnloser Schweizerdeutsch-Wörter.
David gegen Goliath – aber ohne Schleuder
Der Vergleich mit der internationalen Konkurrenz fällt vernichtend aus. ChatGPT und Gemini, mit Milliarden-Budgets entwickelt, spielen in einer anderen Liga. Apertus mit seinen 70 Milliarden Parametern wirkt dagegen wie ein Spielzeug – GPT-5 soll geschätzte 5 Billionen Parameter haben.
Für Normalnutzer unbrauchbar
Wer Apertus über publicai.co testet, merkt schnell: Dies ist kein Chatbot für den Alltag, sondern bestenfalls ein Forschungswerkzeug. Logisches Denken? Fehlanzeige. Zuverlässige Übersetzungen? Glückssache. Praktische Hilfe im Alltag? Nicht in Sicht.
Fazit: Noch ein weiter Weg
Die Schweizer KI-Hoffnung entpuppt sich als Rohrkrepierer. Trotz jahrelanger Entwicklung und Millionen GPU-Stunden auf dem Supercomputer Alps ist Apertus für normale Nutzer schlicht unbrauchbar. Die Entwickler verstehen ihr Modell selbst nur als Startpunkt – eine euphemistische Umschreibung für: Hier ist noch sehr viel Arbeit nötig.
Bis Apertus eine echte Alternative zu etablierten KI-Assistenten wird, dürften noch Jahre vergehen. Aktuell ist es höchstens ein Beweis dafür, dass auch in der KI-Entwicklung Geld allein nicht alles ist – aber ohne ausreichende Ressourcen eben auch nichts geht.
Quellen
Blick 02.09.2025 – Schweizer KI Apertus im Test
20min 03.09.2025 – Apertus: Das offene Schweizer KI-Modell im Test