Während die Welt auf der CES 2026 in Las Vegas staunte, wurde eines deutlich: China hat bei humanoiden Robotern die Führung übernommen.
Von 38 ausstellenden Unternehmen in diesem Bereich kamen 21 aus dem Reich der Mitte – eine eindrucksvolle Demonstration technologischer Dominanz.
Beeindruckende Produktionszahlen
Die Zahlen sprechen für sich: 2025 wurden weltweit rund 13.000 humanoide Roboter ausgeliefert – mehr als das Fünffache des Vorjahres. An der Spitze stand das chinesische Startup Shanghai AgiBot mit geschätzten 5.168 Einheiten, gefolgt von weiteren chinesischen Herstellern wie Unitree Robotics und UBTech Robotics. Westliche Konkurrenten wie Tesla und Figure AI spielen derzeit nur eine Nebenrolle.
Vom Labor in die Fabrik
Der entscheidende Unterschied zu früheren Robotergenerationen: Diese Maschinen arbeiten bereits produktiv in echten industriellen Umgebungen. Bei Zeekr koordinieren UBTech-Roboter komplexe Fertigungsaufgaben – von der Montage bis zur Qualitätskontrolle. Ihre aktuelle Produktivität liegt bei 30 bis 40 Prozent menschlicher Leistung, soll aber bis 2027 auf etwa 80 Prozent steigen.
Besonders bemerkenswert ist der technologische Fortschritt: UBTech’s Walker S2 kann eigenständig seine Batterien wechseln und dadurch 24 Stunden ohne menschliches Eingreifen operieren. LimX entwickelte Roboter, die durch das Betrachten von Internet-Videos lernen können – eine Revolution im maschinellen Lernen.
Patente als Indikator
Chinas Innovationskraft zeigt sich auch in den Patentanmeldungen: In den letzten fünf Jahren reichte das Land 7.705 Humanoid-Patente ein – fünfmal mehr als die USA. Diese Zahlen unterstreichen die systematische und langfristige Strategie Pekings in diesem Sektor.
Spektakuläre Meilensteine
Die Leistungsfähigkeit der Technologie demonstrierte X-Humanoid’s Embodied Tien Kung Ultra eindrucksvoll: Als weltweit erster Humanoid-Roboter absolvierte er einen Halbmarathon vollständig autonom in 2:40:42 Stunden.
Marktpotenzial und Ausblick
China beherbergt über 150 Unternehmen für humanoide Roboter, der Sektor wächst jährlich um über 50 Prozent. UBTech plant, seine Kapazität auf 10.000 industrielle Einheiten pro Jahr bis 2026 zu erhöhen. Experten schätzen den chinesischen Markt bis 2030 auf umgerechnet 14 Milliarden US-Dollar.
Dennoch mahnen Branchenkenner zur Vorsicht: Der „ChatGPT-Moment“ der Robotik – der entscheidende Durchbruch zur Massentauglichkeit – steht noch bevor. Roboter müssen erst in der Lage sein, etwa 80 Prozent der Aufgaben in unbekannten Umgebungen auf einfache Anweisungen hin zu erfüllen. Doch die Richtung ist klar: China hat sich als globaler Vorreiter dieser Zukunftstechnologie etabliert.