CO2 und Umwelt

10 Jahre Rückblende

Adrian Schoop aus Gockhausen machte sich schon im Jahr 2009 in seinem Schreiben „64 Fragen zum staatlich verordneten Fluglärm-Terror“ Sorgen um die Umwelt und brachte interessante Fakten dazu.

Die Aussagen betreffen zwar nur ein Kapitel des zitierten Dokuments, behalten aber nach bald 10 Jahren immer noch ihre Gültigkeit.

Trotz Erkenntnis, dass die Fliegerei zu den grössten Co2-Produzenten gehört, erlauben wir uns – trotz den schönen Worten Bundesrat Leuenbergers in Nairobi, Paris, Bali und andernorts – den Luxus, das Kerosin für internationale Flüge immer noch nicht zu besteuern, was sich faktisch als reine staatliche Subvention u.a. von Billigst-Flügen auswirkt. Sind Sie damit einverstanden?

In Schweden testete die SAS zwischen Juni 06 und März 08 rund 2000 mal den Landeanflug ohne Schubkraft = Continuous Descent Approach (CDA), was bei Kurzstrecken-Jets eine Einsparung von 150 Kg Treibstoff pro Landung ermöglichte. Würden alle Landungen in Stockholm mit CDA erfolgen könnten jährlich 50’000 Tonnen CO2 verhindert werden. Auf einer Strecke von rund 150 km würde jeglicher Fluglärm von landenden Maschinen wegfallen. In Brisbane (1,7 Mio Einw.) wurden ohne vorhandene internationale Standards schon mehrere Tausend Anflüge ohne Sicherheitsprobleme mit dieser Technologie durchgeführt, wobei pro Landung im Durchschnitt 900 kg CO2 weniger ausgestossen wurden und der Lärmteppich um rund 50 % reduziert werden konnte. In Schweden und Brisbane werden die Probleme bearbeitet – unser verantwortlicher Bundesrat vertreibt sich die Zeit mit Schreiben von Büchern und Bloggs….

Haben Sie sich Gedanken gemacht, welche gewaltige zusätzliche Umweltverschmutzung, Ausweitung des Fluglärm-Terrors und Erhöhung des Flugunfall-Risikos die neuesten Flugverkehrs-Prognosen von Bund und Unique (2007) mit 450’000 (!) (heute 260’000) Flugbewegungen mit sich bringen, obwohl bekanntlich das heutige Pistensystem nur 350’000 Bewegungen schlucken kann? Oder ist dies für die glücklicherweise nicht von einer widerrechtlichen Flugschneise Betroffenen eine unbedeutende und lediglich örtlich sich auswirkende Nebenbelastung?

Ist es fair, wenn die Baden-Württemberger ihren weit dünner besiedelten Luftraum in den heiklen Tagesrand- und Nachtstunden für Anflüge auf Kloten durch Berlin sperren lassen – dies wohlgemerkt als eifrige Benützer und Arbeitnehmer des Flughafens Kloten und für Anflüge, welche zu über 60 % durch Flugzeuge in deutschem Besitz getätigt werden (mit steigender Tendenz), während die deutsche Air Berlin dran ist, Zürich zu Ihrem Hub auszubauen und Herr Mayrhofer (2007) droht, weitere Abflüge der Lufthansa anstelle von Frankfurt und München nach Zürich zu verlegen, um der durch die EU angedrohten CO2-Abgabe im eigenen Land zu entgehen?

Ich habe erlebt, dass ein Direktflug von Anchorage (Alaska) nach Kloten infolge starken Rückenwindes ca. eine Stunde zu früh über der Schweiz eintraf, was ein beinahe einstündiges Kreisen über der Region Fricktal (= ca. 1/10 der Reisezeit) mit entsprechender unsinniger Abgas- und Lärmentwicklung erforderte. Wieviel Kerosin hätte durch rechtzeitige Drosselung der Fluggeschwindigkeit eingespart werden können – nebst Verhinderung von massiver Umweltverschmutzung und Lärm-Terrors über der Schweiz?

Jeder Südanflug über stark bewohntem Gebiet erfordert ab dem Warteraum GIPOL gegenüber dem GNA über nur gering bewohntem Gebiet einen Umweg von ca. 70 km. Dabei werden pro Flugzeug unnötigerweise ca. 875 Liter Kerosin in niedriger Höhe (unter 900 m) verbrannt. Bei 25 Flugzeugen pro Stunde entspricht dies 21’875 Liter Kerosin – entsprechend dem Verbrauch von 875 Lastwagen auf 100 Km – und dies in einem Gebiet, in welchem sich nach geltendem Recht keine Flugschneise befinden darf. Gemäss der Zürcher Baudirektion entstehen in den An- und Abflugschneisen pro Jahr mindestens 9 Tonnen krebserregender Feinstaub und damit sind gesundheitliche Schäden bei Tausenden von Menschen vorausgeplant. Trotz seinen skandalösen Anordnungen im Inland erlaubt sich der verantwortliche Bundesrat in Abu Dhabi aller Welt zu erklären, was zu tun ist, um dem Zerfall der bedrohten Ressourcen zu begegnen! Sind Sie damit einverstanden?