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EFAS-Debakel: Stationäre Behandlungen explodieren trotz Reformversprechen

Die Einheitliche Finanzierung Ambulant Stationär (EFAS) wurde 2023 als Heilmittel für das kranke Gesundheitssystem verkauft.

Das zentrale Versprechen: Eine massive Verlagerung von teuren stationären zu günstigeren ambulanten Behandlungen würde Kosten senken und das System entlasten. Die Realität 2024 zeigt ein vernichtendes Urteil: Statt der versprochenen Ambulantisierung explodierten die stationären Behandlungen regelrecht.

Das Gegenteil trat ein

Laut aktuellen Zahlen verdoppelte sich das stationäre Umsatzwachstum von 1,7 auf 3,6 Prozent – genau das Gegenteil dessen, was EFAS bewirken sollte. Während Politiker die Ambulantisierung predigten, stiegen die Fallzahlen für Spitalaufenthalte überproportional an. Die versprochene Kosteneinsparung? Fehlanzeige.

Die systematischen Versäumnisse

Das Scheitern hat System. Erstens: Das Tarifsystem aus dem Jahr 1996 macht ambulante Behandlungen zu einem Verlustgeschäft für Spitäler. Wer würde freiwillig Geld verlieren? Zweitens: Die nötigen digitalen Innovationen und Prozessanpassungen bleiben aus, weil Mut und Geld fehlen. Spitäler investieren lieber in bewährte stationäre Strukturen als in riskante ambulante Alternativen.

Vertröstung statt Lösungen

Anstatt die strukturellen Probleme anzugehen, wird weiter vertröstet. PWC-Experte Philip Sommer prognostiziert optimistisch, dass «in den nächsten 20 Jahren 30 bis 40 Prozent der stationären Fälle ambulant behandelt werden können». Dieselben Versprechungen hörten wir schon bei der EFAS-Einführung. Zwanzig Jahre Warterei sind für ein krankes System zu lang.

Kantone zahlen die Zeche

Das Resultat der gescheiterten Politik: Kantone mussten 2024 eine Milliarde Franken in ihre Spitäler pumpen, um diese vor dem Kollaps zu bewahren. Steuerzahler finanzieren somit ein dysfunktionales System, das genau jene Strukturen stärkt, die eigentlich abgebaut werden sollten.

Ein teurer Irrweg

Innovative Lösungen wie «Hospital at Home» scheitern an bürokratischen Hürden und übertriebenen Datenschutzbestimmungen. Während andere Länder voranschreiten, verharrt die Schweiz in regulatorischer Lähmung.

Die EFAS-Reform entpuppt sich als politisches Placebo: Sie suggerierte Fortschritt, verschleierte aber die wahren Probleme. Solange die Tarifstruktur ambulante Behandlungen benachteiligt und Innovation behindert wird, bleiben alle Ambulantisierungs-Versprechen hohle Wahlkampf-Rhetorik.

Die Rechnung zahlen am Ende die Prämienzahler und Steuerzahler – für ein System, das seine eigenen Ziele konterkariert.

Quelle

TA 25.08.2025 – Kantone schiessen 1 Milliarde Franken in ihre Spitäler ein