Während der Umstieg auf Elektroautos bereits einen wichtigen Schritt für eine klimafreundlichere Mobilität darstellt, entfalten geteilte Fahrzeuge ihr volles Potenzial erst durch intelligente Nutzung und optimiertes Laden.
Dies zeigt eine auf umfangreichen Carsharing-Nutzungsdaten basierende Studie von Forschenden der Empa und der Universität Genf.
Weniger Autos, mehr Effizienz
Carsharing reduziert den Fahrzeugbestand erheblich: Ein geteiltes Auto kann mehrere Privatfahrzeuge ersetzen. Diese höhere Auslastung führt zu einer besseren Energiebilanz, auch wenn die jährlichen Fahrkilometer ähnlich bleiben. Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass Nutzer häufiger auf alternative Verkehrsmittel wie öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umsteigen.
Intelligentes Laden als Schlüsselfaktor
Der größte Hebel für klimafreundliche Elektromobilität liegt im intelligenten Laden. Strompreise und CO₂-Emissionen schwanken je nach Tageszeit und Energiemix erheblich. Wer ausschließlich auf günstige Tarife setzt, spart zwar bis zu 21 Prozent der Kosten, verpasst aber die Chance auf bis zu 82 Prozent weniger Emissionen beim klimaoptimierten Laden.
Das Problem: Niedrige Stromkosten und geringe CO₂-Emissionen fallen selten zusammen. Hier sind innovative Tarifmodelle gefragt, die Echtzeitinformationen zu Strompreisen und Emissionen liefern. In Ländern wie Dänemark sehen Nutzer den aktuellen Strompreis per App und können bewusst ihre Ladezeiten wählen – doch dauerhaft möchte das niemand manuell machen. Gefragt sind daher automatisierte Systeme, die sich auf individuelle Präferenzen einstellen lassen.
Damit sich das Laden zu emissionsarmen Zeiten lohnt, sind zudem passende Anreizsysteme nötig – etwa CO₂-Preise oder entsprechende Stromtarife, die klimaschonendes und preisoptimiertes Laden miteinander verbinden.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Geteilte Fahrzeuge sind häufiger tagsüber unterwegs und müssen oft nachts laden – zu Zeiten mit weniger klimafreundlichem Strommix. Dennoch zeigen die Empa-Forschenden: Die Gesamtemissionen unterscheiden sich kaum von Privatfahrzeugen, da kurze Ladepausen und Schnellladeinfrastruktur genügend Flexibilität bieten.
Ein Carsharing-Anteil von 25 Prozent in Schweizer Städten würde die Winterstromversorgung spürbar entlasten. Trotz zusätzlichen Strombedarfs durch Elektrifizierung bleibt das Gesamtsystem effizienter, da weniger Fahrzeuge produziert und betrieben werden müssen.
Fazit
Elektrofahrzeuge im Carsharing vereinen das Beste aus zwei Welten: emissionsfreie Antriebe und effiziente Fahrzeugnutzung. Mit intelligenten Ladesystemen und passenden Anreizstrukturen kann diese Kombination einen bedeutenden Beitrag zur Verkehrswende leisten. Der Schlüssel liegt in der Vernetzung von Technologie, nachhaltigen Tarifen und bewusstem Mobilitätsverhalten.
Quelle
EMPA 09.09.2025 – Elektroautos teilen und smart laden