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ETH Zürich plant auf dem Hönggerberg einen 80 Meter hohen Turm für die Informatik

Auf dem Campus Hönggerberg will die ETH Zürich ein rund 80 Meter hohes Lehr- und Forschungsgebäude errichten. Für Planung und Realisierung des Projekts «HWS» sind 310 Millionen Franken veranschlagt. Baustart ist 2028, übergeben wird es 2032.

Hintergrund ist ein starkes Wachstum. Zwischen 2010 und 2025 legte die Zahl der Studierenden und Mitarbeitenden um 58 Prozent zu, während die verfügbare Fläche lediglich um 21 Prozent zunahm. Im Zentrum bleibt kaum Raum für Neubauten, weshalb die Hochschule ihren Ausbau vor allem auf den Hönggerberg verlagert.

Informatik und Bibliothek ziehen in einen 20-geschossigen Turm

Am Stefano-Franscini-Platz entsteht ein viergeschossiger Sockel, der die Höhe der umliegenden Bauten aufnimmt. Darauf erheben sich ein kleinerer Trakt für die Bibliothek und ein Turm für das Departement Informatik. Auf etwa 64’000 Quadratmetern Geschossfläche sind rund 1600 Arbeitsplätze für Mitarbeitende und knapp 1500 für Studierende vorgesehen.

Mit dem Neubau führt die ETH das heute auf mehrere Gebäude verteilte Departement zusammen und gibt Mietliegenschaften auf. Finanziell unterstützt die Dieter Schwarz-Stiftung das Vorhaben, das zugleich ein Pendant zum ETH Zürich Campus Heilbronn bildet. Auch die ETH-Bibliothek zieht vom Zentrum auf den Hönggerberg. Ausstellungsflächen und klimatisch geschützte Archivräume erhält ausserdem das gta-Archiv.

Öffentliches Forum und Panoramarestaurant im 19. Obergeschoss

Herzstück ist ein verglastes Forum über die untersten drei Geschosse. Dort liegen Hörsäle und Bibliothek, ausserdem Gastronomie und Detailhandel. Im 19. Obergeschoss öffnet ein Panoramarestaurant mit Bar und Wintergarten für die Öffentlichkeit. Westlich entsteht mit dem «Square» ein Landschaftspark, auf dem Sockel eine Dachterrasse mit Lesegarten.

Holz-Beton-Bauweise und fossilfreie Energie

Zum Zug kam ein Team um die Gesamtleisterin Losinger Marazzi mit Itten+Brechbühl, MAK architecture und Uniola Landschaftsarchitektur. Es setzt auf eine Holz-Beton-Konstruktion und wiederverwendbare Materialien. Perforierte Elemente aus recyceltem Aluminium schützen die Glasflächen im Sommer vor Überhitzung. Erdsonden und Wärmerückgewinnung bilden mit Photovoltaik ein fossilfreies Energiekonzept.

Erstmals setzt die ETH auf eine Gesamtleisterausschreibung mit Dialog, bei der Planer und Bauunternehmen das Projekt gemeinsam bis zum verbindlichen Angebot entwickeln.

Baugesuch folgt im ersten Halbjahr 2027

Zusätzlich zu den 310 Millionen Franken sind rund 140 Millionen für Ausbauten, Mobiliar, Gebühren und Umzüge vorgesehen. Reserven für Unvorhergesehenes sind im Gesamtbudget enthalten. Ihr Baugesuch reicht die ETH in der ersten Hälfte 2027 ein, gebaut wird ab 2028.

Quellen: Mitteilung der ETH Zürich, Baublatt