Exa: Warum das KI-Suchstartup aus San Francisco auf Zürich setzt

Zürich zieht ein weiteres KI-Schwergewicht an: Das Suchstartup Exa aus San Francisco hat hier sein erstes internationales Forschungsbüro eröffnet. Geleitet wird der Standort von zwei ehemaligen Google-Mitarbeitern, die bereits vor der Firmengründung in der Stadt lebten.

Was Exa besonders macht und weshalb die Wahl auf Zürich fiel, zeigt ein Blick auf das Unternehmen.

Exa, ein 2021 in San Francisco gegründetes KI-Suchstartup, eröffnete im März 2026 sein erstes internationales Forschungsbüro – und wählte dafür Zürich statt London, Paris oder Berlin. Geleitet wird der Standort von Max Buckley und Felix Kroner, beide zuvor bei Google tätig und bereits vor der Firmengründung in Zürich ansässig.

Suche, die für Maschinen gedacht ist

Exa stellt eine einfache These ins Zentrum: Die klassische Websuche wurde für Menschen entwickelt, nicht für KI-Systeme, die grosse Mengen an Wissen verarbeiten müssen. Das Unternehmen baut deshalb eine Suchtechnologie neu auf, die auf neuralem Retrieval, präziser Inhaltsextraktion und einer entwicklerfreundlichen API basiert. Über diese Schnittstelle greifen KI-Anwendungen gezielt und in Echtzeit auf Webinhalte zu.

Zum Einsatz kommt die Technologie etwa bei Recherche-Agenten, Tools zur Konkurrenzbeobachtung, wissenschaftlicher Literaturanalyse und unternehmensweiter Wissenssuche. Unterstützt von Y Combinator und nach einer Series-B-Finanzierung über 85 Millionen Dollar, die das Unternehmen mit rund 700 Millionen Dollar bewertet, bedient Exa mittlerweile tausende Entwickler und Forschungsteams weltweit.

Talentdichte als Standortfaktor

Für die Standortwahl nennt Zurich-Lead Max Buckley in erster Linie die hohe Dichte an Machine-Learning-Forschenden. ETH Zürich und Universität Zürich liefern kontinuierlich Talente auf Doktoratsstufe in Informatik und Information Retrieval. Hinzu kommt ein Umfeld, das an Spitzenforschung gewöhnt ist: Google, Meta, Microsoft und Nvidia unterhalten hier seit Jahren R&D-Standorte, ergänzt durch neuere Ansiedlungen wie Anthropic, Baidu und Pinterest.

Die Rekrutierung verlief für Exa unerwartet reibungslos. Bereits vor der offiziellen Standortankündigung erhielt das Unternehmen eine starke Bewerbungspipeline, innerhalb eines Tages nach der Bekanntgabe kamen 70 weitere Bewerbungen dazu.

Forschungstiefe statt reiner Talentmasse

Was Buckley an der Region besonders überzeugt, ist weniger die schiere Zahl kluger Köpfe als die Kultur fundierter, langfristiger Forschung, die er auf die Tradition der ETH zurückführt. Gespräche mit potenziellen Mitarbeitenden oder Partnern kämen hier schneller auf den Punkt.

Für Exa zahlt sich das direkt aus: Die Zürcher Niederlassung fokussiert sich auf «Knowledge Research» und entwickelt Methoden weiter, wie KI-Systeme Informationen aus dem Web finden, bewerten und zusammenführen – ein Themenfeld, das sich mit den Forschungsschwerpunkten mehrerer europäischer ML-Gruppen überschneidet, die ebenfalls in Zürich sitzen.

Sein europäisches Büro hat Exa im Flexoffice eröffnet, einem Co-Working-Standort im Zürcher Innovationsökosystem, der auch anderen internationalen Tech-Firmen als Basis dient.

Quelle: Greater Zurich Area – Exa (exa.ai)