Fenster zum Innovationspark geöffnet

 

Das erste Gebäude der künftigen Forschungsplattform auf dem Flugplatz Dübendorf ist bezogen.

Der Info-Pavillon des Innovationsparks sticht aus den übrigen Bauten am Rand des Flugplatzes Dübendorf heraus. (Bild: Karin Hofer / NZZ)

Quelle: Kanton Zürich, Bundesamt für Zivilluftfahrt – Grafik: lea

Kaum je ist ein Informationspavillon unter Beteiligung von so viel Prominenz eröffnet worden. Ein Bundesrat flog eigens aus Bern zu Besuch nach Dübendorf, zwei Mitglieder des Zürcher Regierungsrats waren anwesend und weit über hundert Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden. Es sei nur ein kleiner Schritt, bemerkte Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker, doch er markiere den Übergang von einer langen Phase der Planung hin zur Realisierung des Innovationsparks Zürich.

Dieser ist nun erstmals sichtbar geworden mit einem Pavillon, der eher an ein Kunstwerk erinnert. Am Westrand des Flugplatzes Dübendorf zwischen älteren Militärgebäuden ist in den letzten Monaten eine elegant geschwungene Holzkonstruktion entstanden. Sie reckt sich zur Wangenstrasse hin optimistisch in die Höhe und verfügt auf dem Dach über eine Aussichtsplattform, die einen Blick über das Flugfeld und – bei gutem Wetter – bis zu den Alpen erlaubt.

Dübendorf ist der wichtigste Standort im nationalen Netzwerk der Innovationsparks. Er ist Plattform und Begegnungszentrum für Hochschulinstitute und innovative Unternehmen. Ziel ist es, zukunftsträchtige Entwicklungen voranzutreiben, zur Marktreife zu bringen und so einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Zürich zu leisten. Thematisch stehen vorerst Robotik samt automatisierte Mobilität, Luft- und Raumfahrt sowie in Zusammenarbeit mit der nahen Empa moderne Produktionstechnologien im Vordergrund.

Da war es Ehrensache, dass ein Roboter die Scheren für das obligate Durchschneiden des roten Bandes überreichte. Der im Helikopter nach einer langen EU-Bundesratssitzung angereiste Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann stellte in seiner Ansprache fest, die Schweiz sei in der Innovation top. Schwieriger, als dahin zu gelangen, sei aber, oben zu bleiben. Dazu leiste der Innovationspark einen wichtigen Beitrag. Er sei froh, so der Bundesrat, habe er den Flugplatz Dübendorf dafür befreien können.

Flugplatz Dübendorf mit Innovationspark und Luftfahrt

Quelle: Kanton Zürich, Bundesamt für Zivilluftfahrt – Grafik: lea

Der Ständerat Ruedi Noser, einer der Ideengeber für den Innovationspark, sagte seinerseits, Bildung und Innovation brauchten Platz. Ausserdem müsse man den Ideen Zeit geben; was auf der für die Forschung reservierten Fläche in zehn Jahren stehe, wisse heute niemand. Hans Hess, der Präsident von Swissmem, erinnerte daran, dass auf dem Flugplatz Dübendorf schon immer Innovation betrieben worden sei, und hatte über dessen Anfänge vor über hundert Jahren das passende Zitat eines Chronisten ausgegraben: «In den Hangars des Flugfeldes waren viele Erfinder, Unternehmer und Hasardeure tätig, welche teils skurrile und teils funktionsfähige Flugapparate entwickelten, herstellten und austesteten.»

Noch in diesem Jahr sollen nun ETH-Institute in den Hangars ihre Tests mit Robotern und autonom fahrenden Autos aufnehmen. Bis die ersten Neubauten auf den vorerst 38 Hektaren, die für den Innovationspark zur Verfügung stehen, erstellt werden, vergeht noch einige Zeit. In einer Woche, am 10. März (10 bis 16 Uhr), findet ein Tag der offenen Tür statt. Der neue Info-Pavillon beherbergt neben den Geschäftsräumen der Stiftung Innovationspark Zürich auch ein öffentliches Café und eine Ausstellung.