Flüsterjet der Swiss heult wie ein brünftiger Wal

Blick 7.11.2018

Triebwerk-Probleme beim neuen Flugzeug

Der reduzierte Lärm gilt als einer der Hauptvorzüge der A220-Flieger, welche die Swiss gerade massenhaft einflottet. Doch gerade wegen dieses Modells beschweren sich nun massenhaft Anwohner des Flughafens Zürich.

Grosse Versprechungen sollte man halten: 50 Prozent leiser als andere Maschinen seiner Klasse sei die Bombardier C-Series, verkündete die Swiss 2016, als sie die ersten Maschinen der Kanadier empfing. Unter anderem gab BLICK dem neuen Modell – mittlerweile hat Airbus diese Bombardier-Sparte übernommen und die Flieger auf A220 umgetauft – den Übernamen «Flüsterjet». 

Für die Anwohner der Anflugschneisen auf den Flughafen Zürich klingt das heute wie ein Hohn. Die Maschine schreckt sie regelmässig auf. Wobei man sagen muss: Die Swiss kann da wenig dafür.

Brunft-Heulen eines Orka-Wals

Um das geht es: Seit neun Monaten verursachten die neuen Flieger einen Lärm, der sich wie das Brunft-Heulen eines Orka-Wals anhört, wie das Portal «Bloomberg» schreibt. Es zitiert dabei Klaus Stöhlker, den Sprecher der Zürcher Stiftung gegen Fluglärm, die sich für die Anwohner der An- und Abflugschneisen einsetzt.

«Der Lärm der Maschinen ist sogar noch lauter als der anderer ankommender Flugzeuge», beklagt sich dieser. «Man sagt uns ständig, dass das bloss vorübergehend sei und man Anpassungen vornehmen würde. Aber das passiert seit neun Monaten nicht.»

Das kurzzeitige Ansteigen des Geräuschpegels beim Flugzeugtyp sei bekannt, bestätigt ein Swiss-Sprecher. «Wir stehen im engen Austausch mit dem Triebwerkhersteller Pratt & Whitney, der daran ist, diese Geräuschentwicklung zu analysieren.»

«An rascher Lösung interessiert»

Pratt & Whitney erklärt, dass das Orka-Geheul gelegentlich ertöne, wenn der Jet bei tiefer Geschwindigkeit noch weiter abbremse. «Bloomberg» schreibt weiter, dass die Flugzeuge die Lärmvorschriften trotzdem einhalten. 

Beim Flughafen heisst es: «Wir sind mit dem Betreiber der Maschinen im Gespräch und auch im Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner des Flughafens an einer raschen Lösung interessiert.» Die Verantwortung liege aber beim Betreiber, d.h. bei der Swiss und beim Hersteller.