Flughafen Zürich präsentiert Vorschläge gegen nächtlichen Fluglärm

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) will den Fluglärm nach 23 Uhr reduzieren. Bis alle Massnahmen realisiert werden können, wird es aber noch dauern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Flughafen Zürich soll der Lärm nach 23 Uhr reduziert werden.
  • Der Flughafen hat fünf Massnahmen ausgearbeitet, um die Lärmbelästigung gering zu halten.
  • Bis alle Massnahmen umgesetzt werden können, wird es noch mindestens drei Jahre dauern.

Seit dieser Woche liegen öffentliche Dokumente auf, die sich mit der neuen Festlegung der zulässigen Fluglärmimmisionen in der Nacht beschäftigen. Die neu erhobenen Berechnungen sollen künftig Zahlen basierend auf Prognosen für das Jahr 2030 verwendet haben. Der Flughafen legt zudem dar, wie er die Lärmbelästigung in der Nacht reduzieren will.

Vor allem die Langstreckenflüge von Swiss sorgen zwischen 23 Uhr und 23.30 Uhr für nächtlichen Lärm. Diese müssen oft auf Anschlusspassagiere warten, die aufgrund von Verspätungen anderer Maschinen unpünktlich in Zürich ankommen. Um eine zusätzliche Zeitersparnis zu ermöglichen, testet der Flughafen jetzt einen neuen Standplatz.

Bei verbesserter Landekapazität auf den Pisten 28 und 34, könnten mehr Flugzeuge rechtzeitig vor 22 Uhr landen, wie der «Zürcher Unterländer» schreibt. Viele der Massnahmen, welche die Landekapazität erhöhen würden, seien derzeit jedoch noch nicht umsetzbar.

Beschwerden gegen Massnahme hängig

Derzeit gilt auf Piste 34 eine Ausnahmeregelung, die für Starts bei schweren Flugzeugen nur eine Minimumflughöhe von 2500 Fuss statt 3500 Fuss verlangt. Damit die grösste Maschine der Swiss keinen Umweg fahren muss, wurde eine entsprechende Regelung auch für die näher gelegene Piste 32 beantragt. Weil noch Beschwerden vor Bundesgericht hängig sind, ist laut Flughafen frühestens im Jahr 2012 mit der Umsetzung zu rechnen.

Auch höhere Gebühren für Starts nach 23 Uhr sollen dafür sorgen, dass die Swiss in Zukunft weniger Flüge nach dieser Uhrzeit durchführt. Der Betrag soll teilweise bis um das Vierfache erhöht werden. Ob und wann die Massnahme umgesetzt wird, ist jedoch noch unklar.

Nicht zuletzt soll ein neues Bisenkonzept seinen Teil zur Lärmminderung bei später Stunde beitragen. Denn: Bei Bise bricht die Anzahl Flugbewegungen pro Stunde am Flughafen ein. Die dadurch entstandenen Verspätungen können selten vor 23 Uhr kompensiert werden. Ein neues Bisenkonzept mit Starts in den Süden geradeaus sowie mit Linkskurve soll die Kapazität erhöhen.