Flughafen Zürich verfügt nun über Präzisionsanflugsystem

airliners.de 16.10.2014

Am Flughafen Zürich ist jetzt das Präzisionsanflugsystems GBAS („Ground Based Augmentation System“) in Betrieb genommen worden. Entsprechend ausgerüstete Flugzeuge können den Airport jetzt auch bei tiefliegenden Wolken oder bei schlechten Sichtverhältnissen anfliegen.

Der Flughafen Zürich kann ab sofort auch mit Hilfe des Präzisionsanflugsystems GBAS („Ground Based Augmentation System“) angeflogen werden. Das neue Anflugverfahren ermöglicht ab sofort einen GPS-Anflug von Norden auf die Piste 14 auch bei tiefliegenden Wolken oder bei schlechter Sicht, teilten die Flughafenbetreiber mit.

Bereits seit 2011 konnte der Flughafen Zürich mittels satellitengestützter GPS-Technologie angeflogen werden. Durch die neue GBAS-Bodenstation wird die Präzision des GPS-Signals so erhöht, dass entsprechend ausgerüstete Flugzeuge von nun an auch bei tiefliegenden Wolken oder bei schlechten Sichtverhältnissen mit der GPS-Technologie anfliegen können, hieß es weiter. Darüber hinaus sei mit dem neuen System die Voraussetzung geschaffen worden, künftig umwelt- und lärmoptimierte Verfahren anzuwenden. Als Beispiel wurden kontinuierlich sinkende Präzisionsanflüge (Continuous Descent Approaches, CDA) genannt.

In die neue GBAS-Bodenstation hat der Flughafen Zürich rund vier Millionen Schweizer Franken (rund 3,32 Millionen Euro) investiert. Betrieben wird die Anlage wie alle Navigationsanlagen in der Schweiz durch Skyguide, die in Zusammenarbeit mit dem Airport das neue Verfahren entwickelt hat.

Der Frankfurter Flughafen hatte Anfang September sein GBAS-System in Betrieb genommen. Nach Betreiber-Angaben war es damit das erste internationale Drehkreuz in Europa, das die neue Technik anwendet. An den Flughäfen Newark, Houston und Sidney ist es bereits im Betrieb. Für Deutschland wurde es in Bremen getestet. Die Kosten für den Aufbau der Bodenstation hatte Fraport mit rund fünf Millionen Euro beziffert.