Maurs Gemeindepräsident trifft auf einen Buckelwal im Greifensee

Ein Heissluftballon über dem Greifensee, ein Gemeindepräsident im Ballon-Korb, und nach der Landung taucht am Greifensee-Ufer plötzlich ein Buckelwal auf. So sieht die 1.-August-Ansprache aus Maur in diesem Jahr aus.

Künstliche Intelligenz spielte bei der Videoansprache des digital sehr affinen Gemeindepräsidenten von Maur in diesem Jahr eine grosse Rolle. Die Bilder sprechen jedenfalls für sich – und verraten oft mehr, als ihm lieb sein dürfte.

Der Wal, der keinen Buckel machen muss

Ein Buckelwal im Greifensee dürfte jeden Meeresbiologen ins Grübeln bringen, aber genau dies macht die Szene so absurd und lustig. Während der Gemeindepräsident von Zusammenhalt spricht, taucht plötzlich im Hintergrund ein Riesenwal auf und verschwindet gleich wieder. Für mehr als einen kurzen Auftritt bleibt er nicht. Fast so, als wollte er sagen: «Meinen Buckel habe ich schon gezeigt, den muss ich nicht extra länger zeigen. Aber aufgepasst: Geht mir nicht zu sehr auf den Buckel!»

Den Buckel machen heisst im Volksmund bekanntlich sich fügen, kuschen, oder auch den Kopf einziehen. Der Wal steht hier jedoch geradezu symbolhaft für das Gegenteil. Ganz ähnlich verhält es sich mit einigen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Maur. Die ex-Redaktoren der Maurmer Post geben dafür ein gutes Beispiel ab. Friede auf Erden – und nicht nur am Sonntag nach dem 1. August!

Ob sich die KI bei dieser Szene auch etwas gedacht hat, weiss niemand so recht. Aber ein Wal, der sich nicht unterordnen lässt, mitten im Zürcher Oberland, ist die schönste Pointe, die sich ein Redenschreiber nur wünschen könnte.

Der Ballon der Demokratie

Der Gemeindepräsident von Maur schwebt im Ballon über dem Greifensee und präsentiert sich damit quasi, als stände er souverän über der Sache. Er spricht zu seinen Bürgerinnen und Bürgern von oben herab, während unten am Boden eigentlich die Gemeindeversammlung das Sagen hat. Ballone steigen aber bekanntlich nur, wenn man Ballast abwirft. Was in Maur gerade Ballast war, bleibt Amtsgeheimnis.

Der Sportfischerverein Maur und Umgebung (SFVM) sieht wegen dem neu aufgetauchten Buckelwal gerüchteweise bereits seinen beliebten jährlichen Fischerplausch an der Schifflände Maur in Gefahr. Dort werden jeweils im Festzelt direkt am See frisch gebackene Eglifilets (Knusperli) und – je nach Fang – auch Felchen serviert. Eine Ballonüberwachung, wie mit dem Gemeindepräsidenten an Bord beziehungsweise im Korb praktiziert, scheint allerdings wenig zielführend zu sein. Dann doch lieber und ganz typisch für Maur: gleich einen Leuchtturm beantragen.

Der Gemeindepräsident betont in seiner Ansprache aus 150 Metern Höhe auch die Bedeutung des Naturschutzes am Greifensee, während unter ihm ein 30 Tonnen schwerer Buckelwal den Mindestabstand zu den Stand-up-Paddlern nicht ganz einhält. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Ein Ara mit Schweizerkreuz auf der Schulter

Beim Start vor dem Gemeindehaus thront ein ausgewachsener, prächtiger Ara in leuchtendem Rot, Gelb und Blau auf der linken Schulter des Gemeindebosses. Und aufgepasst: Er trägt ein kleines Hütchen mit Schweizerkreuz auf dem Kopf. Papageien plappern bekanntlich nach, was man ihnen vorsagt. Ob die KI damit bewusst zum Nachahmen auffordern wollte oder ob es sich einfach um einen weiteren KI-Zufallstreffer handelte, bleibt offen.

Der beste Cast der Bundesfeier

Am Ende bleibt ein Video, das mehr zum Schmunzeln anregt als die meisten Ansprachen der letzten Jahre. Ein Wal, der keinen Buckel macht, sondern ihn längst hat, ein Ballon, der mit dem Gemeindepräsidenten über den Greifensee und die malerische Landschaft der Gemeinde Maur schwebt, und ein Ara mit Schweizerkreuz-Hut, der brav mitplappert. Die KI ist definitiv in Maur angekommen, und sie hat, ganz nebenbei, den besten Cast der diesjährigen Bundesfeier gemacht.

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