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Hundedrama Maur: Die ungeklärten Fragen

Elf tote Hunde in einer Nacht – doch viele entscheidende Fragen bleiben offen

In der Nacht auf den 24. Oktober starben in einer Hundepension in Maur elf Hunde unter mysteriösen Umständen. Was zunächst wie ein tragischer Unfall wirkte, entpuppte sich als mögliches Verbrechen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Vergiftung, doch trotz laufender Untersuchungen bleiben zentrale Fragen ungeklärt.

Widersprüche im Täterkreis

Besonders rätselhaft: Wer hatte überhaupt Zugang zu den Tieren? Die Betreiberin und ihr Ehemann leben mit drei Kindern auf dem Hof, wo die Pension untergebracht ist. Der engste Täterkreis umfasst somit die Familie selbst. Doch es gibt einen brisanten Umstand: Der Ehemann wurde vor einem Monat wegen vorsätzlicher Tötung seines Onkels zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Da das Urteil nicht rechtskräftig ist, befindet er sich auf freiem Fuss und half weiterhin in der Pension mit.

Das Beziehungsnetz des Ehemanns und ihm feindlich gesinnte Leute schon vor dem Tötungsdelikt interessiert die Ermittlungsbehörden besonders. Könnte die Hundepension Ziel eines Racheakts geworden sein?

Der erweiterte Täterkreis schliesst nicht nur die aktuell betroffenen Hundehalter ein, sondern auch frühere Kunden der Pension. Wer seine Tiere schon einmal dort untergebracht hatte – auch weit vor der Tat – verfügte über Ortskenntnisse. Falls das Gift tatsächlich an der Futterstelle platziert wurde, wären solche Kenntnisse von entscheidender Bedeutung. Interessanterweise war es ein betroffener Hundehalter, der gemäss Kantonspolizei die erste Meldung machte – nicht die Pensionsbetreiber selbst. Dies wirft Fragen zur Chronologie der Ereignisse auf.

Ungeklärte Laborergebnisse

Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass Proben ins Labor geschickt wurden. Doch wo genau und wann wurde das Gift analysiert? Welche Substanz wurde nachgewiesen? Die Behörden schweigen beharrlich. «Wie und unter welchen Umständen es zu den mutmasslichen Vergiftungen gekommen ist, wird derzeit untersucht», heisst es lediglich von der Oberstaatsanwaltschaft. Ob das Gift im Auslauf, im Futter oder auf andere Weise zu den Tieren gelangte, bleibt unklar.

Die Giftquelle

Eine der drängendsten Fragen: Woher stammte das Gift? Wurde es in Drogerien gekauft oder über das Internet bestellt? Welche Händler könnten verdächtige Substanzen an Personen aus dem Täterkreis verkauft haben? Die Ermittler halten sich zu diesen Details komplett bedeckt.

Rätselhafte Zahlendiskrepanz

Zusätzlich irritiert eine Diskrepanz in den Angaben: Die Betreiberin schrieb ihren Kunden unmittelbar nach dem Vorfall, drei Hunde seien verstorben, einer habe überlebt. Von weiteren Tieren war keine Rede. Die Polizei spricht dagegen von elf toten Hunden und einem geretteten Tier. Warum diese unterschiedlichen Zahlen?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter, doch bis konkrete Antworten vorliegen, bleibt das Hundedrama von Maur ein düsteres Rätsel.