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Kreuzworträtsel halten das Gehirn jung und schlagen Denkspiele am Bildschirm

Wer ab 50 regelmässig Kreuzworträtsel löst, fordert mehrere Hirnfunktionen gleichzeitig. Eine Studie mit über 19 000 Personen zeigt Vorteile bei Aufmerksamkeit und Gedächtnis.

Gegenüber Computerspielen schneiden Rätsel bei beginnender Gedächtnisschwäche sogar besser ab.

Regelmässige Rätsler erreichen die Leistung zehn Jahre Jüngerer

Britische und australische Forschende testeten gut 19 000 gesunde Personen zwischen 50 und 93 Jahren. Wer regelmässig rätselte, erzielte bei allen geprüften Funktionen bessere Werte. Beim Kurzzeitgedächtnis entsprach die Leistung Menschen, die acht Jahre jünger waren. Gelegenheitsrätsler lagen kaum vor jenen, die nie knobelten. Ursache und Wirkung bleiben offen, weil Rätsler womöglich generell aktiver leben.

Bei leichter Gedächtnisschwäche hilft das Rätsel mehr als das Spiel

Eine zweite Studie begleitete 107 Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung 78 Wochen lang. Eine Gruppe löste Kreuzworträtsel, die andere übte mit Denkspielen einer Trainingsplattform. Beides geschah am Computer. Nach anderthalb Jahren verbesserte sich die Rätselgruppe leicht in einem Kognitionstest, während die Spielgruppe sich verschlechterte. Auch der Hirnschwund fiel bei den Rätslern geringer aus.

Überrascht waren selbst die Forschenden. Sie vermuten, dass vielen Älteren Kreuzworträtsel vertraut sind und sich im eigenen Tempo lösen lassen. Bei fortgeschrittener Demenz wirkten beide Formen gleich gut. Einschränkend gilt, dass die Stichprobe klein war und eine untrainierte Vergleichsgruppe fehlte.

Gezielt entwickelte Videospiele trainieren das Denken ebenfalls

Nicht jedes Computerspiel hat denselben Effekt. Mit dem 3D-Spiel NeuroRacer übten Personen zwischen 60 und 85 Jahren, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu lösen. Danach übertrafen sie untrainierte 20-Jährige, und der Effekt hielt sechs Monate an. Übersichtsarbeiten zeigen insgesamt gemischte Ergebnisse.

Lego öffnet Zugänge, doch harte Belege fehlen

Pflegeeinrichtungen setzen Lego-Spiele ein, weil das Zusammensetzen der Bausteine neben räumlichem Denken und Feinmotorik auch die Hand-Auge-Koordination sowie das kombinatorische und strukturierte Denken fördert. Gemeinsames Bauen weckt zudem Gespräche und Erinnerungen. Eine Beobachtungsstudie in einem Pflegeheim zeigte, dass sich Menschen mit fortgeschrittener Demenz stärker beteiligen, wenn Räume und Ablauf angepasst werden. Ob Lego die Hirnleistung messbar verbessert, ist bislang nicht belegt.

Täglich rätseln lohnt sich

Altersheime setzen nicht umsonst auf Rätselrunden. Kreuzworträtsel kosten wenig, brauchen kaum Material und passen in jeden Tagesablauf. Wer lieber spielt oder baut, gewinnt zumindest Freude und Gesellschaft. Am besten untersucht ist der Nutzen allerdings beim Rätseln.

Quellen

startsat60 – Crosswords can help keep your mind sharp for years

NEJM Evidence – Computerized Games vs. Crosswords

PMC – Bricks for Better Brains