Kritiker: «Flughafen Zürich ist zu gross»

20min 06.11.2019

Neue Abflugrechte beim Flughafen stossen bei Airlines auf kein Interesse. «Der Flughafen ist zu gross», so ein Kritiker.

von Stefan Ehrbar

Airlines zeigen kein Interesse an weiteren Flügen ab Zürich

Zwei neue Langstrecken-Verbindungen wollte der Flughafen Zürich ab 2020 jeweils kurz nach 22 Uhr anbieten. Daraus wird nichts: Keine Airline hat Interesse angemeldet. Es ist nicht das einzige negative Signal: Im Vergleich zum Vorjahr werden diesen Winter 200’000 Sitzplätze weniger angeboten, berichtet Airliners.de. Zuletzt wuchs Zürich deutlich schwächer als Basel oder die Lufthansa-Hubs in Frankfurt, München und Wien. Die Zahl der Lokalpassagiere sank drei Monate in Folge, nur wegen mehr Transferpassagieren konnte Zürich zulegen.

Thomas Hardegger, Präsident des Schutzverbands der Bevölkerung: «Für Zürich ist der Flughafen zu gross, als Lufthansa-Hub aber offenbar nicht.» 70 Prozent der An- und Abflüge gingen aufs Konto der Lufthansa und ihrer Töchter wie der Swiss – «viele ohne grossen wirtschaftlichen Nutzen für Zürich». Die Abhängigkeit von Transferpassagieren, die «mit Dumpingpreisen zum Umsteigen gelockt werden», sei auch für die Swiss gefährlich.

Beim Flughafen heisst es, nach Jahren starken Wachstums habe man mit einer Abschwächung gerechnet. «Wir spüren zudem die abkühlende Konjunktur, den Handelskrieg zwischen den USA und China und die Unsicherheiten um den Brexit», so Sprecherin Sonja Zöchling. Dass neue Verbindungen nicht auf Interesse stiessen, liege auch daran, dass sie zunächst nur provisorisch vergeben würden. Das heisse aber nicht, dass es kein Interesse gebe. Der Flughafen rechne weiterhin mit Wachstum – «wenn auch moderat mit zwei bis drei Prozent pro Jahr».