Lufthansa begrüßt Scholz-Vorschlag zu Mindestpreisen für Flüge

Reisetopia 03.06.2021

Nachdem Bundesfinanzminister Olaf Scholz von der SPD für einen Mindestpreis für Flugtickets plädiert hat, begrüßt nun auch die Lufthansa AG diesen Vorstoß. Extrem günstige Flüge könnten demnach bald Geschichte sein.

Das Thema Nachhaltigkeit hat trotz der Coronakrise nicht an Relevanz verloren – im Gegenteil: die Klimadebatte hat insbesondere in Hinblick auf die Luftfahrt einen Aufschwung wie nie zuvor erlebt. Neben dem Verbot von Inlandsflügen sind auch die Mindestpreise für Flugtickets äußerst umstritten. Was in anderen Ländern durchaus schon die Regel ist, soll nun auch laut der Lufthansa AG in Deutschland umgesetzt werden, weshalb die Airline die Mindestpreise für Flüge befürwortet, wie airliners.de kürzlich berichtet.

Lufthansa befürwortet Preisuntergrenze bei Flugtickets

Der SPD-Kanzlerkandidat Scholz hat sich Mitte Mai für die Einführung eines Mindestpreises in Höhe von 50 Euro ausgesprochen. Diese Regelung richte sich dann vor allem an innereuropäische Billigflüge, um Dumpingpreise zugunsten der Umwelt abzuschaffen. Lufthansa schließt sich dieser Idee nun an und spricht sich ebenfalls für eine Preisuntergrenze bei Flugtickets aus.

Wenn Mindestpreise heißen, dass Airlines ihre Kosten decken müssen und nicht Phantasiepreise unterhalb der anfallenden Steuern und Gebühren aufrufen dürfen, dann ist das legitim.

Harry Hohmeister, Vorstandsmitglied der Lufthansa AG

Hierbei betont der Lufthansa Vorstand, dass Mindestpreise nur dann Sinn ergeben, wenn Airlines dadurch aufhören würden, Phantasiepreise zu erfinden, deren Kosten sie eigentlich nicht decken könnten. Lufthansa macht allerdings deutlich, dass sie sich nicht für eine Verteuerung des Fliegens beispielsweise durch Zusatzsteuern einsetzen werde.

Hohmeister erachtet diese Idee gerade in Pandemiezeiten als kontraproduktiv, denn Airlines zahlen bereits eine Luftverkehrssteuer, die in den Vorkrisenjahren etwa eine Milliarde Euro im Jahr für den Staatshaushalt bringe. Anstatt noch mehr Steuern von Airlines zu verlangen, sollten diese die finanziellen Mittel vermehrt in den Ausbau nachhaltiger Treibstoff-Alternativen und den Klimaschutz investieren.

Auch in Hinblick auf Kurzstrecken- und Inlandsflüge sieht Lufthansa nach wie vor Relevanz für einige Routen. Zwar habe der Konzern bereits einige Flugrouten reduziert oder gestrichen, die auch per Bahn erreicht werden können, allerdings sei das Streckennetz der Deutschen Bahn noch nicht ausreichend abgedeckt. Als Beispiel bringt Hohmeister den Flughafen München, der bislang nicht über einen ICE-Anschluss verfügt. Aus diesem Grund ist es für Vielflieger und Geschäftsreisende attraktiver, beispielsweise mit dem Flugzeug als Zubringer für Langstreckenflüge von Berlin nach München zu fliegen, um von dort dann Richtung USA aufzubrechen.

Die Lufthansa AG zeigt sich dankbar für die Staatshilfen und möchte diese baldigst zurückzahlen. Ein genauer Zeitraum ist diesbezüglich aber noch nicht bekannt.

Fazit zu Lufthansas Standpunkt

Die Meinung der Lufthansa AG hinsichtlich der Mindestpreise für Flugtickets ist nachvollziehbar. Durch das Verbot von Dumpingpreisen ab zehn Euro würden außerdem die Billigairlines als Konkurrenz wegfallen, da Flüge nach Mallorca nicht mehr für unter 50 Euro angeboten werden dürften. Außerdem ist die Denkweise fortschrittlich, infolge der Klimadebatte lieber in den Umweltschutz mitsamt nachhaltigerer Treibstoffe zu investieren, statt höhere Luftverkehrssteuern für Fluggesellschaften zu erheben. Nur mit dem Beitrag aller Airlines können das Klimaziel 2050 und nahezu emissionsfreie Flüge erreicht werden.