Lufthansa hat Flughafen Zürich zum Verschiebebahnhof umgebaut

Inside Paradeplatz 9.10.2018 – Jacob Zgraggen

Zusammenfassung

Swiss als Cash-Cow

Die Swiss liefert jedes Jahr Gewinne in der Höhe von Hunderten von Millionen Franken nach Frankfurt ab. Dabei ist sie nicht mehr als eine Abteilung im Konzern der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa.

„Hub plus“

Der Lufthansa-Konzern hat in aller Stille aus dem Schweizer Landesflughafen Kloten einen transnationalen „Hub plus“ gemacht, der auch Baden-Württemberg und westliche Teile Bayerns bedient. Die Lufthansa hat aus unserem Landesflughafen, der von Schweizer Steuerzahlern bisher finanziert wird, eine europäische Umsteige-Drehscheibe gemacht, deren Rentabilität niemand bestreitet. Wohin geht das Geld? Wohl in erster Linie in die Lufthansa-Zentrale nach Frankfurt.

Keine Streiks

Kloten hat noch weitere Vorteile. Da an deutschen Flughäfen laufend gestreikt wird, bietet es sich an, den Verkehr über Zürich zu leiten, wo die fleissigen Schweizer Streiks sehr ablehnend gegenüber stehen.

Nachfrage wird mit Drehkreuz geschaffen

Die Topmanager der Swiss und der Deutschen Lufthansa verstecken sich gerne hinter der Aussage, sie würden nur ein nachfrageorientiertes Wachstum verfolgen. Das ist blanke Phantasie, denn ein zweifellos attraktives Drehkreuz zieht Passagiere und Fracht an wie Honig die Bienen.

Schweiz ist nicht mehr Herr ihres Flughafens Zürich

Kurzum, die Schweiz ist schon einige Jahre nicht mehr Herr ihres Flughafens Zürich. Sie baut die Infrastruktur mit Milliarden Franken aus; Stadt und Kanton Zürich freuen sich über die Dividenden.

In der Schweiz gibt es kein öffentliches Interesse an einem Grossflughafen in Zürich.

Unser 8,5 Millionen Einwohner zählendes Land wurde von den internationalen Fluggesellschaften, die Deutsche Lufthansa an der Spitze, zu einem Verschiebebahnhof für Flugpassagiere und Cargo umgebaut.

Wer sind die Verlierer

Die Verlierer sind 300’000 Zürcherinnen und Zürcher. Sie leiden nicht nur unter zunehmendem Fluglärm, denn auch die Südstarts werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Sie erleben, wie ihre Umwelt von morgens 6 Uhr bis abends 23.30 Uhr zerstört wird. Die Gesundheitsschäden für Kinder und Erwachsene sind längst erfasst.

Schweizer Politiker kümmern sich nicht um ihr Wahl- und Stimmvolk

Kein Schweizer Politiker setzt sich ernsthaft für sein Wahl- und Stimmvolk ein, ganz anders als in Baden-Württemberg, wo entschlossene Landes- und Bundespolitiker der SPD, CDU und der Grünen einen Riegel gegen die Schweiz aufgebaut haben.