Neues Bisenkonzept mit Südstarts ge­radeaus – Antrag auf Nichtgenehmigung

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Rechtsbegehren

2. Es sei Teil 3.3 (neues Bisenkonzept mit Start Piste 16 ge­radeaus) nicht zu genehmigen.

Antrag 2 (Nichtgenehmigung)

2.1 Neues Bisenkonzept mit Start Piste 16 geradeaus

Die beantragte Änderung „Ersatz des heutigen Bisenkonzeptes durch ein Konzept mit ausschliesslich Starts auf Piste 16 geradeaus“ ist abzulehnen. Damit will der Flughafen die Südstarts geradeaus einführen. Am liebsten jeden Tag insbesondere von 10.00 bis 14.00 Uhr.

Bei Nebel wollte der Flughafen ursprünglich ebenfalls die Südstarts geradeaus aus „Sicherheitsgründen“ einführen. Jetzt ist das wegen einer neuen Software für die Fluglotsen nicht mehr nötig (Folie 9 der Auflageakten), nachdem sich zuvor der Regierungsrat des Kantons Zürich gegen Südstarts geradeaus bei Nebel ausgesprochen hat.

Aktuell beantragt sind die Südstarts geradeaus als „Bisenkonzept“. Zudem vermeidet der Flughafen im beantragten geänderten Art. 19 Abs. 2 Betriebsreglement zu Unrecht eine Angabe über die Anzahl Tage mit Bise pro Jahr zu nennen. Ebenso fehlt eine Definition der „Bisenlage“ um das „Bisenkonzept“ entsprechend zu beschränken. Die Rede ist nur von unbestimmten „meteorologischen Gründen“, was Tür und Tor öffnet für die weitere Ausweitung der Südstarts geradeaus oder mit Rechtskurve selbst ohne Änderung des Betriebsreglements (Art. 19 Abs. 2 BR-2017).

In den SIL-Gesprächen war von ca. 20 Tagen Bise im Jahr die Rede. Für diese 20 Tage benötigt es keine neuen Flugrouten, die massiv mehr Menschen im dicht besiedelten Gebiet belästigen und einem neuen Sicherheitsrisiko aussetzen.

Der Flughafen will mit dem Gesuch eine neue Abflugroute ab Piste 16 geradeaus und mit Rechtskurve einrichten, die er zu einem späten Zeitpunkt beliebig ausbauen kann, bis er die gewünschte tägliche Kapazität erreicht. Zudem sind neu Südstarts mit Linkskurve von 06.30 – 07.00 Uhr und von 21.00 – 22.00 Uhr beantragt. Dies alles einzig um die Kapazität zu steigern.

Südabflüge geradeaus mögen zwar künftig kreuzungsfrei für den eher seltenen Fall eines Durchstarts ab Piste 14 geflogen werden. Sicherer sind die Südstarts geradeaus daher aber nicht, denn der Süden des Flughafens ist dicht besiedeltes Gebiet. Zudem muss rasch die Anhöhe des Pfannenstiels überwunden werden. Das Risiko und die Folgen eines Absturzes beim Start 16 geradeaus gegenüber einem Zusammenstoss in der Luft mit einem Flugzeug im vergleichsweise seltenen Durchstart ab Piste 14 könnten sogar grösser sein.

2.2. Entflechtung Abflugrouten ab Pisten 28 und 16 mit weiterer Linkskurve

Die erwähnten Änderungen bedeuten eine Verschlechterung der Situation für die Menschen rund um den Flughafen. Da der Flughafen bereits heute sicher betrieben wird, gibt es keinen zwingenden Grund für diese Änderung; insbesondere auch nicht für wesentliche Änderungen beim aktuellen vorläufigen Betriebsreglement (vBR-2005 in der Fassung vom 30.06.2011). Einzig der Wunsch des Flughafens nach mehr Kapazität mit dem aktuellen Pistensystem ist der Grund für diese geplanten Anpassungen. Das ist nicht zuletzt im Rahmen eines vBR vor der bundesrätlichen Genehmigung des vollständigen SIL-Objektblattes (mit Einschluss einer Lösung mit Deutschland) abzulehnen. Nicht nachvollziehbar ist weiter, wieso der Kapazitätssteigerung des Flughafens bis 23.00 Uhr mehr Gewicht beigemessen werden soll als der Sicherheit, Ruhe und der Lebensqualität der Bevölkerung in der Stadt Zürich und im dicht besiedelten Süden des Flughafens.