RAI Institute in Zürich eröffnet – ETH-Professor Marco Hutter im Gespräch

Das Robotics and AI Institute (RAI) hat am 15. September seine neuen Räumlichkeiten in Zürich Oerlikon eröffnet. ETH-Professor Marco Hutter, der nun als Direktor des Zürcher RAI-Büros fungiert, erklärt die Hintergründe dieser bedeutsamen Entwicklung für den Forschungsstandort Schweiz.

Von Boston Dynamics zur Schweiz

Die Geschichte des RAI Institute beginnt mit Marc Raibert, dem Gründer von Boston Dynamics und Pionier der modernen Laufrobotik. Nach seinem Ausstieg bei Boston Dynamics plante Raibert ein neues, von Hyundai finanziertes Forschungszentrum. «Er wollte, dass ich bei RAI mitmache. Ich habe zugesagt – unter der Bedingung, dass wir etwas in Zürich aufbauen», erklärt Hutter seine Entscheidung, sein ETH-Pensum auf 50% zu reduzieren.

Einzigartige Forschungsmöglichkeiten

Das RAI Institute vereint die Vorteile universitärer Forschung mit industrieller Infrastruktur. Mit weltweit über 250 Mitarbeitenden, davon rund 30 in Zürich, bietet es neue Perspektiven für Forschende und Studierende. «Am RAI Institute haben wir die Möglichkeit, alles an einem Ort zu bündeln, von der Idee bis zur Umsetzung», betont Hutter.

Besonders attraktiv: Das Institut kann erfahrene Forschende mit permanenten Verträgen zu marktgerechten Löhnen anstellen und komplexe, langfristige Projekte realisieren. Dies schliesst eine wichtige Lücke für Top-Doktorierende, die bisher oft in die USA abwanderten.

Kooperation statt Konkurrenz

Trotz seiner Doppelrolle sieht Hutter keine Konkurrenz zur ETH, sondern eine Ergänzung. Ein Rahmenvertrag mit der ETH und ein Donationsvertrag mit der ETH Foundation USA schaffen die Grundlage für fruchtbare Zusammenarbeit. «Wer ein klassisches Doktorat machen möchte, ist an der ETH am besten aufgehoben. Das RAI Institut bietet Abgängerinnen und Abgängern eine neue Zukunftsperspektive», so Hutter.

Fokus auf zivile Forschung

Das RAI Institute setzt bewusst auf zivilen Fortschritt und verfügt über eine eigene Forschungsgruppe für ethische Fragen der Robotik. Die Eröffnung der Zürcher Räumlichkeiten markiert einen wichtigen Schritt für die Stärkung des Robotikstandorts Schweiz und schafft neue Möglichkeiten in der Schnittstelle von Robotik und künstlicher Intelligenz.

Quelle

ETHZ 16.09.2025