Südstarts und Fluglärm

Bei der gegenwärtigen Klimadiskussion über CO2 geht leicht vergessen, dass es neben den Luftschadstoffen wie NOx und Feinstaub, auch noch den für die Gesundheit schädlichen Fluglärm gibt.

Die Politik muss sich nicht nur vermehrt für die Klimaanliegen der Bevölkerung einsetzen, sondern auch dafür, wie man die von Fluglärm Betroffenen mit wirkungsvollen Massnahmen schützt und entlastet. Die neuen Südstarts bewirken aber gerade das Gegenteil. Der Bund will sie dennoch auf Verlangen der Flughafenlobby durchsetzen.

Die erfolgreiche Politik der Schweiz bestand bisher darin, dass die Mehrheit auf die Minderheit Rücksicht nahm. Dies hat sich in letzter Zeit jedoch stark geändert und ein Interessenausgleich zwischen Flughafen und Bevölkerung fand nie eigentlich statt.

So haben zum Beispiel die Zürcher Stimmbürger in guter Absicht, die von Fluglärm Betroffenen in Zukunft besser zu schützen, in einer kantonalen Abstimmung dem Zürcher Fluglärmindex ZFI zugestimmt.

Sie wurden aber leider von der damaligen Regierungsrätin Rita Fuhrer hinters Licht geführt, denn nur die Lärmschutzverordnung LSV ist juristisch verbindlich. Die wenigsten Stimmbürger realisierten dies zu jenem Zeitpunkt.

Als der ZFI dann die unliebsame Wahrheit schonungslos aufdeckte und die Limite der maximal Betroffenen schon nach kurzer Zeit in den folgenden Jahren dauernd überschritten wurde, ignorierte man ihn einfach. Wirkungsvolle Massnahmen gegen einen weiteren Anstieg des ZFI und dessen regelmässige Grenzwertüberschreitungen blieben bisher aus.

In diesem Fall hat nicht die Mehrheit des Zürcher Stimmvolks, sondern die Zürcher Regierung versagt.