Südanflüge bei schlechtem Wetter möglich

NZZ 18.11.2010

Der Flughafen Zürich soll auch bei schlechten Witterungsbedingungen jederzeit angeflogen werden können. Damit dies möglich ist, kann die Flugsicherung Skyguide «wetterbedingte Südanflüge» ausserhalb der deutschen Sperrzeiten bewilligen.

(sda) Nach Anhörung aviatischer Kreise hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) das dafür erforderliche Verfahren in Kraft gesetzt, wie es am Donnerstag mitteilte. Es handle sich dabei um eine «rein vorsorgliche Massnahme». Anflüge von Süden her erfolgten erst, wenn die Wetterkonstellation mit starkem Nordwind und ungenügender Sicht für Ostanflüge tatsächlich eintrete.

Klar definierte Kriterien

Im Normalfall wird der Flughafen Zürich von Norden her angeflogen. Bei ungünstigen Windverhältnissen, die dazu führen könnten, dass Flugzeuge mit zu starkem Rückenwind landen, werden die Anflüge von Osten her durchgeführt. Zudem finden aufgrund der Sperrzeiten in der deutschen Verordnung Landungen morgens von Süden und abends von Osten her statt.

Für den Fall, dass aus Wettergründen eine Landung in Zürich weder aus Richtung Norden noch von Osten her möglich ist, erlaubt das Betriebsreglement des Flughafen ausnahmsweise auch Anflüge von Süden ausserhalb der deutschen Sperrzeiten. Diese Anflüge müssen jedoch von Skyguide freigegeben und kontrolliert werden. Neu geschieht dies aufgrund klar definierter Kriterien.

In den vergangenen zwei Jahren musste der Flughafen Zürich erst zwei mal aufgrund des Wetterberichts kurzfristig Gesuche für eine ausserordentliche Aktivierung des Luftraums für Südanflüge ausserhalb der deutschen Sperrzeiten stellen. Die tatsächliche Wetterlage erforderten jedoch damals keine Südanflüge.