Südstarts geradeaus bei Nebel und Bise aber keine «Bellevue-Kurve»

Stadt Zürich 23. August 2017

Stadt hält an ihren Positionen zum Sachplan Infrastruktur Luftfahrt SIL fest

Der Bundesrat hat heute die Anpassung des SIL-Objektblatts für den Flughafen Zürich beschlossen. Die Stadt Zürich hält an ihren Positionen fest, die sie gemeinsam mit der Allianz Ballungsraum Flughafen Süd vertritt: Sie begrüsst, dass die Südstarts geradeaus über Mittag sowie die «Bellevue-Kurve» vom Tisch sind. Mit Unverständnis wird zur Kenntnis genommen, dass mit der Anpassung regelmässige Südstarts geradeaus bei Nebel und Bise möglich sind.

Die Stadt Zürich begrüsst, dass die täglichen Südstarts geradeaus über Mittag nun nicht vorgesehen sind und nicht eingeführt werden. Der Tiefflug über dichtest besiedeltes Gebiet im Süden des Flughafens ist lärmtechnisch die schlechteste aller Varianten. Nirgends rund um den Flughafen leben und arbeiten mehr Menschen als im direkten Süden. Der unmittelbare Süden des Flughafens trägt bereits heute über einen Viertel am Lärm. Darum müssen Südstarts geradeaus, wenn sie denn geflogen werden müssen, eine Ausnahme sein.

13 000 Südstarts geradeaus sind zu viel

Die im angepassten SIL-Objektblatt (SIL2) vorgesehenen 13 000 Südstarts geradeaus sind keine Ausnahme mehr. Daher nimmt die Stadt Zürich die Südstarts geradeaus und mit Rechtskurve bei Bise und Nebel mit Unverständnis zur Kenntnis. Ebenso, dass der SIL2 wenig Transparenz im Monitoring dieser Flugbewegungen vorsieht. Dass die «Bellevue-Kurve» – die langgezogene Rechtskurve in geringer Höhe über die Zürcher Innenstadt – verhindert werden konnte, zeigt, dass sich der Einsatz der Stadt Zürich für die Bevölkerung im Süden des Flughafens lohnt. Die Stadt Zürich hält an ihrer Stellungnahme zum SIL2 vom Dezember 2016 unverändert fest. Gemeinsam mit der Allianz Ballungsraum Flughafen Süd wird sie den weiteren Prozess in Richtung Betriebsreglement für den Flughafen Zürich verfolgen und dabei die Interessen der Bevölkerung im direkten Süden des Flughafens vertreten. Falls notwendig werden dazu auch Rechtsmittel eingesetzt.

Es braucht die Kerosinsteuer

Die Stadt Zürich macht weiterhin darauf aufmerksam, dass nach wie vor keine Steuern auf Flugbenzin erhoben werden. Dies obwohl der Flugverkehr 25% der verbrauchten Treibstoffe in der Schweiz ausmacht. Ohne eine Besteuerung des Bundes werden die Klimaziele des UVEK – aber auch jene der Stadt Zürich – alleine aufgrund des steigenden Luftverkehrs nicht erreichbar sein.