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Swiss muss 500 Millionen Franken Gewinn erreichen

TA 20.09.2020 – Bund droht mit Übernahme

In den Verträgen zum Rettungskredit wird von der Swiss ein hoher Profit verlangt. Ansonsten kann der Bund alle Aktien übernehmen. Der Druck auf Airline und Mitarbeitende ist gewaltig, denn das Geschäft läuft wieder schlechter.

Die Swiss spurt Massenentlassungen vor. Wie die SonntagsZeitung vergangene Woche schrieb, diskutiert die Fluggesellschaft mit den Sozialpartnern über einen Sozialplan. Das tut man nur, wenn man Entlassungen im grossen Stil in Betracht zieht.

Ob es tatsächlich dazu kommt, ist dagegen noch unklar. Die Swiss wiederholt seit Monaten den Satz, dass sie versuche, «mit allen Mitarbeitenden durch die Krise zu kommen». Laut den Gewerkschaften will sie beim Personal Kosteneinsparungen von bis zu 15 Prozent erreichen. Total will sie ihre Kosten um 20 Prozent senken.

2024 erwartet der Bund sogar über 600 Millionen Gewinn

Nach und nach wird klarer, warum die Swiss so stark unter Druck steht: Sie ist dazu verdammt, die finanzielle Blutung nicht nur schnell zu stoppen, sondern schon bald wieder sehr viel Geld zu verdienen. Der Bund, der für 85 Prozent des 1,5-Milliarden-Rettungskredits garantiert und um jeden Preis den Einsatz von Steuergeld verhindern will, hat auf klare finanzielle Ziele gedrängt, sogenannte Covenants.

Wie mehrere unabhängige Quellen der SonntagsZeitung bestätigen, wurde in den Verträgen zwischen der Swiss und den kreditgebenden Banken für das Jahr 2023 der Schwellenwert von einer halben Milliarde Franken Ertrag festgeschrieben. Für das Jahr 2024 liegt der Wert sogar über 600 Millionen.

Auch muss die Swiss ständig eine Mindestliquidität von 300 Millionen aufweisen. Werden die Ziele nicht erreicht, wird zuerst gemeinsam nach Verbesserungsmassnahmen gesucht. Gelingt das nicht, könnte am Ende der Bund zum Eigentümer der Swiss werden.

Vor der Krise problemlos erreicht

Die Ertragsziele gelten auf Stufe Ebitda. Das ist Buchhalter-Sprache und steht für den Ertrag vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Der Wert wird oft als Grösse für die Profitabilität eines Unternehmens genommen – was unter dem Strich als Reingewinn bleibt, ist meist deutlich weniger.

In den Jahren vor der Krise überflog die erfolgreiche Swiss die 600 Millionen Ebitda problemlos. Das letzte Mal, dass dieser Wert im Geschäftsbericht ausgewiesen wurde, 2017, lag er bei 960 Millionen Franken. Allerdings waren damals die Zahlen der Schwester Edelweiss mit eingerechnet. In den jetzigen Vorgaben des Bundes ist das nicht der Fall.

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