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Swiss-Piloten dürfen beim Fliegen keine Maske tragen

20min 22.02.2021 – Corona hat nicht 1. Priorität

Im engen Cockpit können die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Trotzdem verbietet die Swiss das Tragen einer Maske. Nun ist ein Pilot nach einem Flug aus Brasilien positiv getestet worden. Ein anderer Pilot findet das «grob fahrlässig».

Darum gehts

  • Die Piloten der Swiss tragen beim Fliegen keine Maske.
  • Ein aus Brasilien zurückgeflogener Pilot wurde positiv getestet.
  • Fliegen ohne Maske sei grob fahrlässig, sagt ein anderer Pilot.
  • Die Swiss hält am Maskenverbot fest.

Ein deutscher Swisspilot ist nach einer Rückkehr aus Brasilien positiv auf die brasilianische Mutation des Coronavirus getestet worden. Wie die anderen zwei Piloten, die während des Flugs mit ihm im Cockpit waren, hat er keine Schutzmaske getragen.

Im Cockpit ist es eng, die vom BAG vorgeschriebene Regel mit 1,5 Metern Abstand kann nicht eingehalten werden. Doch auf Anweisung der Swiss tragen die Pilotinnen und Piloten der Swiss keine Maske. «Das ist grob fahrlässig», findet ein Swiss-Pilot, der sich anonym an 20 Minuten gewendet hat, mit Hinblick auf den Fall des angesteckten Piloten.

Die Swiss würde sich eigenmächtig und mit Gründen, die nicht stichhaltig seien, über die Vorgaben des BAG hinwegsetzen, schreibt der Pilot weiter. Die Maske beeinträchtige Piloten nicht beim Fliegen. Als Beweis dafür nennt er das Training im Simulator, das mit Schutzmasken durchgeführt wird.

Um Ansteckungen im Flugzeug zu vermeiden, wird das Flugpersonal angehalten, bei Symptomen nicht zu arbeiten. «Vor vielen Flügen werden inzwischen aufgrund der Einreisebestimmungen am Zielort Tests durchgeführt», teilt Aeropers mit. Bei der Rückkehr ist allerdings kein Test nötig. «Flugbesatzungen sind bei den Bestimmungen des Bundesrats zur Test- und Quarantänepflicht bei Einreise in die Schweiz ausgenommen», schreibt die Swiss. Die Ansteckung des aus Brasilien eingereisten Piloten wurde erst aufgedeckt, als er in sein Heimatland Deutschland einreisen wollte.

«Mit einer Maske gehen wertvolle Sekunden verloren»

Für die Fluggesellschaft stehen bei der Entscheidung gegen Masken im Cockpit sicherheitstechnische Aspekte im Vordergrund, wie sie auf Anfrage von 20 Minuten mitteilt. «Beispielsweise müssen Piloten und Pilotinnen, um die Sicherheit bei einem plötzlichen Druckabfall gewährleisten zu können, in der Lage sein, innerhalb weniger Sekunden die Sauerstoffmaske aufzusetzen», schreibt eine Sprecherin. Trägt jemand eine Schutzmaske, gehen wertvolle Sekunden verloren.

«Des Weiteren haben eine uneingeschränkte Kommunikation untereinander und auch bei der Handhabung des Headsets oder auch das ungestörte Geruchsempfinden absoluten Vorrang», schreibt die Swiss.