Swiss soll in Zürich das Europa-Angebot weiter ausbauen

Travelnews 28.09.2018

Die Lufthansa Group optimiert ihre Hub-Steuerung und setzt dabei auf weiteres moderates Wachstum in Zürich sowie in München. Frankfurt wird abgestraft.

Die Lufthansa Group optimiert weiterhin konsequent die Steuerung ihrer Drehkreuze München, Frankfurt, Zürich und Wien. Im Mittelpunkt steht dabei das flexible Multi-Hub-System: Mit neu integrierten Prozessen sei die Lufthansa Group immer besser in der Lage, «Flotten und Verkehre dorthin zu verlagern, wo die besten Bedingungen für Qualität, Wachstum und Wirtschaftlichkeit vorliegen», wie in einer Mitteilung geschrieben wird.

Und da die Lufthansa Group mit der Entwicklung an ihrem Haupt-Hub Frankfurt diesen Sommer alles andere als glücklich war, bekommt dieser das nun zu spüren. Denn primär wird in Deutschland das Wachstum am Standort München forciert Die bayerische Hauptstadt wird dabei zu einem Hub mit Fokus auf Asien ausgebaut. Die Lufthansa Group rechnet für die Network-Airlines mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an diesem Drehkreuz für 2019 (im Vergleich zum Vorjahr). Neben Frequenzerweiterungen des Flugangebotes von München nach Seoul und Singapur wird ab Sommer 2019 erstmals auch eine tägliche Verbindung von München nach Bangkok angeboten. Die Flüge sind ab dem 4. Oktober 2018 buchbar. Ausserdem wird zur Stärkung des Asienangebotes in München die Verbindung nach Osaka (Japan) von Frankfurt nach München verlagert.

Die Verlagerung von fünf Airbus A380 von Frankfurt nach München im Sommer 2018 sei vom Markt sehr gut angenommen worden; Lufthansa prüfe daher die perspektivische Verlagerung weiterer A380 von Frankfurt nach München für 2020. Für die Ausweitung der Zubringerverkehre nach München werden drei Airbus A320 vom Drehkreuz Frankfurt nach München verlegt, während drei kleinere Bombardier CRJ900 im Gegenzug von München nach Frankfurt verlegt werden. Zudem wird München als «5 Star»-Standort mit zusätzlichen First Class Angeboten verstärkt. Ein Grossteil der Frankfurter Airbus A340-600 Flotte wird daher nach München verlagert.

In Frankfurt selber setze man auf «Optimierung des Destinationsmixes» gesetzt – unter dem Strich wird Lufthansa dort das Wachstum drosseln, «um die Pünktlichkeit und operationelle Stabilität zu verbessern». Die Lufthansa Group rechnet für die Network Airlines mit einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an diesem Drehkreuz für 2019 im Vergleich zum Vorjahr.

«Wir wachsen dort, wo Kosten und Qualität stimmen»

Weiter ausgebaut werden soll auch der Hub Zürich, die Heimat von Swiss. Aufgrund der sehr erfolgreichen Entwicklung der letzten Jahre soll hier weiter auf moderates Wachstum gesetzt werden. Der Schwerpunkt liege hierbei auf dem Ausbau der Europa-Aktivitäten. Zu den neuen Winterzielen 2018/19 zählt, wie seit langem bekannt, Bremen. Ausserdem bietet Swiss mit den Destinationen Bordeaux (Frankreich), Kiew (Ukraine), Brindisi (Italien) und Sylt auch neue Ganzjahresziele an.

In Wine schliesslich baut Austrian Airlines das europäische Streckennetz kräftig aus. Über 40 zusätzliche Flüge pro Woche werden ab Ende Oktober 2018 zu 14 Destinationen starten. Dazu gehören unter anderem Städte in Deutschland wie Berlin, Düsseldorf und Hamburg, aber auch andere europäische Destinationen wie Kopenhagen (Dänemark), Kiew (Ukraine), Athen (Griechenland) und Krakau (Polen). Ermöglicht wird diese Aufstockung durch Effizienzsteigerungen im Streckennetz. Neben den neuen Europaflügen erhöht Austrian Airlines zusätzlich einige Frequenzen nach Nordamerika.

Der frühere Swiss-Chef Harry Hohmeister, jetzt Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG und verantwortlich für das Ressort Hub Management, sendet auch klare Signale an die einzelnen Hubs: «Wir wachsen dort, wo Kosten und Qualität stimmen. Deshalb werden wir auch erst im kommenden Sommer, abhängig von der Entwicklung der Drehkreuze, entscheiden, wo die neuen Boeing 777-9 ab dem Jahr 2020 starten werden.»