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Südstarts geradeaus
Keine Südstarts geradeaus

Swiss bringt Starlink an Bord und überlässt der Crew die Kontrolle

Swiss schickt am 28. September ihr erstes Kurzstreckenflugzeug mit Starlink-Internet in die Luft. Der Airbus A320neo «Iseltwald» fliegt von Zürich nach Thessaloniki. Das WLAN ist gratis, doch die Verhaltensregeln dürften im Alltag schwer durchzusetzen sein.

Bisher mussten Passagiere für Internet an Bord eine Langstrecke buchen. Wet-Lease-Partner Air Baltic bot den Dienst auf kurzen Flügen längst an. Swiss zieht nun nach, wie die Airline in ihrer Medienmitteilung bekannt gibt. Der Schritt kommt spät und wirft Fragen auf.

Bis Ende 2029 bleibt das Angebot Stückwerk

Das Angebot wird innerhalb der Lufthansa Group unter dem Namen «Lufthansa Group Wi-Fi powered by Starlink» eingeführt. Auf dem Flug LX1852 ist die HB-JDM das erste Kurzstreckenflugzeug mit Satelliteninternet. Drei weitere Maschinen der A320-Familie erhalten als Nächstes die Technik. Die gesamte Flotte hat erst Ende 2029 Starlink an Bord. Bis dahin wissen Reisende bei der Buchung nicht, ob ihr Flug WLAN bietet.

Ohne Kontrolle bleiben die Regeln eine Bitte

Swiss verlangt Kopfhörer und verbietet Sprach- und Videoanrufe sowie Livestreams. Fotos und Videos sollen die Privatsphäre von Gästen und Crew wahren. Das klingt vernünftig. Nur beantwortet die Airline nicht, wer das in einer vollen Kabine überwacht.

Die Crew hat im Flug genug zu tun. Sie serviert Getränke und achtet auf die Sicherheit. Nun soll sie auch einschreiten, wenn jemand laut telefoniert oder heimlich filmt. Bekannt ist bisher nur der Appell an die Gäste.

Flight-Sheriffs lösen das Problem nicht

Zusätzliches Personal nur für die Durchsetzung wäre teuer und kaum praktikabel. Ein solcher Sheriff würde Konflikte eher anheizen. Sinnvoller sind technische Sperren für Anrufe und klare Konsequenzen bei Verstössen. Dafür braucht die Crew verbindliche Anweisungen und Rückendeckung.

Ohne solche Massnahmen bleibt es bei einer Bitte. Wer dreist telefoniert, gewinnt gegen eine höfliche Durchsage. Die Leidtragenden sitzen in den Nachbarreihen.

Gratis-Internet gibt es nur gegen Identität

Der Zugang läuft über die Travel ID oder eine Miles & More Servicekartennummer. Swiss verknüpft das Angebot also mit der Identität der Reisenden. Wie lange Daten gespeichert werden, sagt die Mitteilung nicht.

Dazu kommt die Wahl des Anbieters. Starlink gehört zu SpaceX und damit in die Welt von Elon Musk. Dessen Satellitenflotte soll auf 42’000 Stück wachsen. Wer auf diese Technik setzt, bindet sich an ein Unternehmen, das viel Kritik auf sich zieht.

Swiss macht wegen den anderen WLAN-Gratisanbieter einen längst fälligen Schritt. Die Airline muss jetzt aber zeigen, dass sie für Ruhe in der Kabine sorgen kann. Sonst wird für die Passagiere aus dem Komfortgewinn bald auf jedem Flug ein Ärgernis.

Quellen

Swiss Newsroom 28.09.2026 – Von Gate zu Gate online: ‹Iseltwald› startet mit High-Speed-Internet von Starlink

TA 28.09.2026 – Flughafen Zürich: Erstes Flugzeug von Swiss mit Internet von Starlink