Transit und Umsteigepassagiere werden nicht zur Kasse gebeten

18.08.2019

CO2 Abgabe auf Flugtickets soll nur für Flugreisende direkt ab der Schweiz gelten.

Nach der Verwässerung des Klimaschutzgesetzes im bürgerlich dominierten Nationalrat hat jetzt immerhin der Ständert entschieden, eine CO2 Abgabe auf Flugtickets zu erheben. Das ist auf den ersten Blick erfreulich, betrachtet man jedoch den Beschluss etwas genauer, zeigt sich ein anderes Bild. Diese Abgaben sollen nämlich nur für Flugreisende gelten, welche direkt ab der Schweiz die grosse weite Welt besuchen wollen. Transit und Umsteigepassagiere werden nicht zur Kasse gebeten.

Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Direktflüge ab der Schweiz teilweise bis zu dreimal teurer sind, als solche über Frankfurt & Co. Sparsame Schweizer benützen diese Variante, deshalb sind auch die Lokal-Passagierzahlen rückläufig und dies wird sich nach einer Annahme der CO2 Abgabe noch akzentuieren.  

Es ist auch bekannt, dass die Lufthansa Fluggäste aus ganz Europa mittels Dumpingpreisen nach Zürich karrt, hier ihre Tripple Seven füllt, um dann von Kloten aus die Langstrecken-Ziele anzupeilen. Die Umsteige- und Transitpassagiere tragen zur Schweizer Volkswirtschaft rein gar nichts bei, nicht einmal eine Tasse Kaffee, auch wenn der Ständerat Roland Eberle (SVP) das Gegenteil behauptet. Sie tragen aber zu den vom Luftverkehr verursachten Klima- Emissionen und zu mehr gesundheitsgefährdeten Anwohnern mit entsprechenden Gesundheitskosten bei.

Fazit: Ein netter Versuch des Ständerats mit „Schönreden“ (Fake News) Wahlkampf zu betreiben, der sich bei genauer Betrachtung in Luft auflöst. Die Zeit für einen generellen Wandel ist reif, dies auch unseren Kindern und Enkeln zuliebe.

Ursula Hofstetter
8127 Forch