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Adieu Zürich: Vontobel verlegt Hauptsitz nach Baar

Die Zürcher Finanzwelt verliert eine traditionsreiche Adresse: Bank Vontobel verlegt ihren Hauptsitz 2030 von Zürich nach Baar im Kanton Zug. Mehr als 1500 Mitarbeitende sollen künftig an einem eigens für das Unternehmen geplanten Campus im Lindenpark arbeiten.

Für Zürich ist der Entscheid ein symbolträchtiger Wegzug. Vontobel ist seit mehr als 100 Jahren eng mit der Stadt verbunden und heute auf sieben Gebäude verteilt. Mit dem neuen Standort will die Bank ihre Kräfte bündeln, weiteres Wachstum ermöglichen und die Zusammenarbeit verbessern.

Zürich bedauert den Entscheid

Bei der Stadt Zürich sorgt der Wegzug für Bedauern. Gleichzeitig sieht sie darin kein Zeichen für eine generelle Abwanderung finanzstarker Unternehmen. In den vergangenen fünf Jahren seien die Unternehmenssteuereinnahmen um mehr als 25 Prozent gestiegen. Zudem habe sich die Zahl der Unternehmen in Zürich innerhalb von 25 Jahren verdoppelt.

Der Zürcher Bankenverband zeigt Verständnis für den Entscheid. Gerade grössere Neubauprojekte seien in Zürich schwierig umzusetzen. Gleichzeitig gilt die Stadt im Unternehmensvergleich steuerlich als weniger attraktiv als der Kanton Zug.

Vontobel selbst betont allerdings, dass die Steuerbelastung nicht ausschlaggebend für den Umzug gewesen sei. Entscheidend seien vielmehr die Anforderungen an einen modernen, zentralisierten Campus und die langfristige Entwicklung des Unternehmens.

Zürich bleibt wichtiger Standort

Ganz verabschiedet sich Vontobel jedoch nicht von Zürich. Am Bleicherweg wird das bestehende Gebäude zu einem Kundenstandort umgebaut. Dort sollen künftig mehr als 300 Mitarbeitende tätig sein.

Damit bleibt ein bedeutender Teil des Geschäfts in der Stadt. Auch die übrigen Schweizer Standorte – darunter Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern und Winterthur – bleiben bestehen.

Für Zürich ist der Fall dennoch bemerkenswert: Nach über einem Jahrhundert verlagert eines der bekanntesten Finanzunternehmen seinen Hauptsitz in den Nachbarkanton. Der Entscheid zeigt damit auch den zunehmenden Standortwettbewerb zwischen Zürich und Zug – selbst wenn Vontobel ausdrücklich andere Gründe für den Umzug nennt.