Was Zürich bewegt

Südstarts geradeaus
Keine Südstarts geradeaus

Zürichs letztes Augustwochenende gehört Sport, Fest und Theater

Weltklasse Zürich, Dörflifäscht Niederdorf und Theater Spektakel prägen Ende August das Zürcher Stadtbild.

Am letzten Augustwochenende zeigt Zürich drei völlig unterschiedliche Gesichter. Im Letzigrund kämpfen die besten Leichtathletinnen und Leichtathleten der Welt um Diamond-League-Punkte, im Niederdorf verwandeln sich die Altstadtgassen beim Dörflifäscht in eine Festmeile, und am Zürichsee verhandelt das Theater Spektakel mit internationaler Kunst über die Zukunft der Demokratie.

I. Weltklasse Zürich

Am Mittwoch, 26., und Donnerstag, 27. August, macht Weltklasse Zürich die Stadt zur Bühne für Weltklasse-Leichtathletik. Der Anlass gehört seit 1928 zu den renommiertesten Eintagesmeetings der Welt und brachte bereits 27 Weltrekorde hervor. 2026 ist Zürich die vorletzte Station der Wanda Diamond League, bevor sich die Saison am 4. und 5. September in Brüssel entscheidet.

Spitzenfeld über 800 Meter

Besonders das Feld über 800 Meter der Männer verspricht Spitzenklasse. Mit dem frischgebackenen 1000-Meter-Weltrekordhalter Emmanuel Wanyonyi, seinem Vorgänger Marco Arop, dem Algerier Djamel Sedjati und Europameister Gabriel Tual treten die vier schnellsten aktiven Läufer der Disziplin gegeneinander an. Auch Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo ist am Start.

Stabhochsprung mitten im Hauptbahnhof

Eine Zürcher Eigenheit bleibt erhalten: Der Stabhochsprung der Frauen findet nicht im Stadion statt, sondern am Mittwochabend mitten in der Halle des Hauptbahnhofs, mit freiem Stehplatzbereich. Am Donnerstag folgt das Hauptprogramm im Letzigrund mit 14 der 15 Diamond-League-Disziplinen.

II. Dörflifäscht Niederdorf

Das Dörflifäscht im Niederdorf, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fest in Oerlikon, gehört seit 1983 zum Zürcher Spätsommer und findet dieses Jahr von Freitag, 28., bis Sonntag, 30. August, statt. Acht Bühnen verteilen sich zwischen Central und Grossmünster, dazu Bars und Streetfood in den engen Altstadtgassen.

Vom Familienfest zum Dancefloor

Tagsüber dominiert Familienbetrieb, sobald es dunkel wird, übernehmen Live-Bands und DJs. Am Freitag öffnet das Fest um 17 Uhr und schliesst um 2 Uhr, am Samstag von 11 bis 2 Uhr, am Sonntag klingt es zwischen 11 und 22 Uhr gemächlicher aus. Der Eintritt ins Niederdorf ist frei.

Ein Fest aus dem Quartier

Organisiert wird das Fest nicht von einem grossen Eventveranstalter, sondern von einem Verein, der eng mit den ansässigen Betrieben zusammenarbeitet. Diese Nähe erklärt die besondere Stimmung, Nachbarschaftsfest und Openair-Club zugleich, mitten in der historischen Altstadt.

III. Theater Spektakel

Ganz anders tickt das Zürcher Theater Spektakel, das seit 1980 als internationales Festival für zeitgenössische darstellende Kunst besteht und noch bis zum 30. August auf der Landiwiese in Wollishofen läuft. Das Motto der Ausgabe 2026 lautet «Demokratie und Versammlung» und zieht sich durch Theaterstücke, Tanz, Talks und Installationen.

Acht Bühnen am See

Internationale Ensembles bespielen bis zu acht Spielstätten direkt am See, ergänzt durch Vorstellungen in der Roten Fabrik, im Schiffbau und in der Gessnerallee. Der Zugang zum Gelände ist kostenlos, Tickets braucht es nur für einzelne Vorstellungen.

Die stärksten Stücke der Schlussphase

In der Schlussphase laufen einige der stärksten Produktionen, darunter das Zirkusstück «St.art» der Compagnie Cirk La Putyka auf der Seebühne und die partizipative Installation «Public Trust» von Paul Ramírez Jonas am Ufer. Wer zum ersten Mal kommt, sollte sich für den Sonnenuntergang über dem See Zeit nehmen, er gehört für viele zum Erlebnis dazu.

Drei Anlässe, wenige Tramstationen auseinander, jeder für sich ein eigener Grund, an diesem Wochenende in Zürich zu sein.