Wenn Tatsachen zu Unterstellungen erklärt werden

Die Maurmer Zeitung (MZ) kritisierte zurecht die plötzlich nicht mehr auffindbaren Dokumente ihres Redaktors in der Gemeindekanzlei Maur. Das sind keine Unterstellungen, wie jetzt Arzt B in seinem jüngsten Leserbrief in der Maurmer Post (MP) fälschlicherweise behauptet, sondern nachprüfbare Tatsachen.

Mit der weiteren Behauptung der systematischen Unterstellungen seitens der MZ, was die Gemeinde Maur und ihr Gemeindeblatt MP betrifft, katapultiert er sich vollständig ins Abseits und macht sich noch unglaubwürdiger.

Arzt B wird dringend angeraten, sich vor reinen Vermutungen und Unterstellungen erst einmal mit der Vergangenheit rund um die MP und MZ, dem Gemeinderat Maur und dessen Entlassungen von ehemaligen, qualifizierten MP-Redaktoren auf äusserst unrühmliche Weise, zu beschäftigen. Das wäre sicher viel besser, als jetzt mit rein erfundenen Unterstellungen zu versuchen, die MZ zu diskreditieren. Eine Unterstellung ist eine bewusst falsche Behauptung, nur um das auch noch zu klären. Als Sympathisant der MP gibt er sich zwar zu erkennen, aber trotzdem sollte er besser bei den Fakten bleiben.

Er fragt im Leserbrief auch noch: warum muss das so sein? Die Antwort ist kurz und einfach zu geben: nichts muss so sein, aber kann!

Die meisten Einwohner der Gemeinde Maur stimmen Leserbriefschreiber Arzt B zwar zu, dass es nur ein Gemeindeblatt braucht und nicht zwei. Die entscheidende Frage ist jedoch, welches der beiden Blätter – MP oder MZ – bleibt letztlich bestehen. Nach Ansicht der MZ sollten die Stimmbürger darüber entscheiden. Die entsprechenden Entscheide sind derzeit noch hängig. Der Gemeinderat bevorzugt offensichtlich die bisherige Praxis und nutzt dabei das Portemonnaie der Steuerzahler – auch das ist keine Unterstellung, sondern lediglich eine nachvollziehbare Feststellung.

Arzt B fordert anstelle der „ständigen Kritik“ der MZ am Gemeinderat einen „Wettbewerb der Geschichten“. Was er damit genau meint, bleibt unklar. Kritische Berichterstattung und die Kontrolle kommunaler Politik gehören jedoch zu den Kernaufgaben lokaler Medien. Wer journalistische Kritik als „Motzen“ abtut, verkennt die Funktion der vierten Gewalt in einer Demokratie.

Besonders bemerkenswert ist, dass Arzt B als Zugezogener ohne tiefere Kenntnis der lokalen Verhältnisse sofort Partei ergreift. Seine Diagnose ist vorschnell und beruht auf unvollständiger Anamnese. Vielleicht sollte er seine berufliche Gründlichkeit auch auf die Analyse lokalpolitischer Zusammenhänge anwenden, bevor er öffentlich urteilt.

Die Gemeinde Maur braucht keine unkritischen Geschichtenerzähler, sondern wachsame Beobachter, die unangenehme Fragen stellen. Genau das leistet die MZ.


Leserbrief in der Maurmer Post vom 10. Okt 2025

Maurmer Publikationen: Was ist hier los?

Vor gut eineinhalb Jahren sind wir von Egg auf die Forch gezügelt, wo seither jede Woche die Maurmer Post und ab und zu auch die Maurmer Zeitung in unseren Briefkasten flattert. Eine Gemeinde mit zwei Zeitungen? Wie spannend, dachte ich mir zunächst.

Bald stellte ich jedoch fest, dass im einen Blatt Berichte, Informationen und interessante Geschichten abgedruckt werden, während im anderen in erster Linie einfach nur über die Gemeindebehörden und die andere Zeitung «gemotzt» wird.

Als Arzt ist die Suche nach der Ursache Teil meines Berufs, und so frage ich mich auch hier: warum muss das so sein? Dies insbesondere nach der letzten Ausgabe, in der ernsthaft über eine «verschwundene» Bewerbung berichtet und der Gemeinde unterstellt wurde, Bewerbungsunterlagen zum Verschwinden gebracht zu haben. Das Gemeindehaus wird als ‹schwarzes Loch› bezeichnet. Das Gros der weiteren Beiträge berichtete über sogenannte «Missstände» in der anderen Maurmer Publikation.

Schade, dass stattdessen nicht ein Wettbewerb der Geschichten aus Maur veranstaltet wird. Das würde ich deutlich lieber lesen. Was läuft hier falsch?

Thomas P. Bischof, Forch