In der Stadt Zürich verschwinden Parkplätze, und die Polizei verteilt mehr Bussen. 2025 stiegen die Bussen fürs Parkieren auf dem Trottoir um 75 Prozent.
Die Stimmberechtigten haben den Kurs der Stadt im Juni bestätigt. Der Abbau geht also weiter. Für Anwohner ohne Garage und für Handwerker wird der Alltag enger.
Der Abbau geht nach dem Volksentscheid weiter
Zürich streicht seit Jahren öffentliche Parkplätze. Im Jahr 2025 verschwanden 673, Haupttreiber ist die «Velostrategie 2030». Sie gibt Velos auf 130 Kilometern Vorrang. Den historischen Parkplatzkompromiss von 1996 hob der Gemeinderat 2021 auf.
Allein in den letzten zwei Jahren sind auf Zürcher Stadtgebiet über 1’000 Parkplätze verschwunden – mehr als 700 davon in der Blauen Zone. Wer in Quartieren wie Altstetten nach Feierabend verzweifelt einen Parkplatz sucht, wird von der Stadt Zürich förmlich in die Bussen-Falle getrieben. Das notgedrungene Ausweichen aufs Trottoir kann schnell einmal 40 bis 120 Franken kosten.
Eine bürgerliche Initiative wollte den Bestand einfrieren. Die Stimmberechtigten lehnten sie am 14. Juni mit 84’185 zu 57’894 Stimmen ab. Das Gewerbe rechnet nun mit bis zu 10’000 weiteren Parkplätzen weniger in den nächsten zehn Jahren.
Wer keinen Parkplatz findet, stellt das Auto aufs Trottoir
Am stärksten legten die Bussen fürs Parkieren auf dem Trottoir zu. Auch andere Verstösse häuften sich. Im Halteverbot waren es 15 Prozent mehr, ausserhalb der markierten Felder 25 Prozent. Die Stadt verweist auf Privatgrund. Dort gibt es rund 200’000 Parkplätze, öffentlich zugänglich sind etwa 26’000. Ältere Quartiere ohne Tiefgarage profitieren davon kaum. Dort bleibt die Strasse die einzige Option.
Das Gewerbe verliert die Trottoir-Ausnahme
Handwerker trifft die Lage besonders. Die Stimmberechtigten nahmen die Parkkartenverordnung vor einem Jahr mit 52,8 Prozent an. Sie hätte Gewerbetreibenden und Spitex erlaubt, in Ausnahmefällen auf dem Gehweg zu halten. Der Bezirksrat hob diese Bestimmung Ende August auf. Er stützt sich auf das Bundesrecht, das den Gehweg den Fussgängern vorbehält. Fussgängerverein, Fussverkehr Schweiz und der Blindenverband hatten Rekurs eingelegt.
Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Verwaltungsgericht gehen. Die Stadt prüft ihr Vorgehen, eine Mehrheit im Gemeinderat will ihn anfechten. Das Gewerbe hat sich an Bundesrat Albert Rösti gewandt.
Bis zum Rechtsentscheid büsst die Polizei streng
Der Abbau läuft, die Ausnahme fehlt, und die Zahlen von 2025 liegen vor. Ob der Trend anhält, zeigen erst die Bussen von 2026. Bis der Rechtsweg entschieden ist, gilt für alle das Bundesrecht.
Quellen
Streetlife 29.09.2026 – Bussen-Anstieg um 75 Prozent
Blick 29.09.2026 – Zürich zieht Bussen-Schraube an