Flaschenhälse am Flughafen Zürich

NZZ Leserbrief 08.08.2018

Weil die Leute mehr reisen, reicht auch die Kapazität in Kloten bald nicht mehr: Thomas Klühr, CEO der Swiss, fordert deshalb – und um Verspätungen zu verringern – moderates Wachstum des Flughafens Zürich (NZZ 4.08.2018).

Es sollen alle Beteiligten zusammen mit der Swiss Druck auf den Bundesrat ausüben, damit dieser künftig Südstarts geradeaus nicht nur bei Bisenlagen, sondern auch über Mittag ermöglicht. Und wie weiter, wenn auch dann die Kapazitäten nicht mehr reichen: 24-Stunden-Betrieb, beliebige An- und Abflugrouten ohne jede Rücksicht auf die betroffene Bevölkerung, die Umweltbelastung? Die Nachfrage müsste den bestehenden Kapazitäten über die Preisgestaltung angepasst werden. Am einfachsten würde das erreicht durch die Besteuerung des Kerosins sowie die Abschaffung verschiedener Privilegien wie mehrwertsteuerfreier Flugtickets usw. Eine Möglichkeit, die Verspätungen abzubauen, wäre, wenn die Regierung der Bundesrepublik Deutschland die verfügten und aus Sicht des Umweltschutzes unsinnigen An- und Überflugsbeschränkungen aufheben würde.

Der Fluglärm kann nur zwischen der Schweiz und Deutschland aufgeteilt werden. Vernünftig wäre das im Verhältnis der deutschen und Schweizer Passagiere, welche Zürich nutzen. Weil aber die Flughöhe über Deutschland weit mehr beträgt als in der Schweiz, ist das auch ohne die Beschränkungen bei weitem nicht möglich, Deutschland ist immer privilegiert. Also sollte Thomas Klühr zusammen mit allen Beteiligten und Politikern aus der Schweiz und Deutschland Druck auf die deutsche Regierung ausüben, die Flugbeschränkungen über Deutschland aufzuheben.

Urs Baumgartner, Fällanden