Fluglärm macht Bezirk Meilen zum Verlierer

StgFl 15.07.2019

Die finanzstarken Gemeinden des Bezirks Meilen im Kanton Zürich sind die eigentlichen Verlierer auf dem Zürcher Immobilienmarkt. Seit Beginn der Flugzeuglandungen von Süden her auf Kloten im Oktober 2003 hat sich das Preisniveau stark verändert.

Zwischen Zollikon und Meilen sind die Immobilienpreise seit 2012 stagnierend, dies ganz im Gegensatz zum linksufrigen Bezirk Horgen, wo die Immobilienpreise in der gleichen Zeit um über 30% angestiegen sind. Die beiden grössten Städte des Kantons, Zürich und Winterthur, verzeichneten Preisanstiege von rund 12%.

Zum Bezirk Meilen zählen folgende Gemeinden: Erlenbach, Herrliberg, Hombrechtikon, Küsnacht, Männedorf, Meilen, Oetwil am See, Stäfa, Uetikon, Zollikon und Zumikon.

Den Einbruch der Preise seit 2012 führt die Stiftung gegen Fluglärm darauf zurück, dass nach zehn Jahren grosser Versprechungen der Politiker die Bevölkerung den Glauben an eine Trendumkehr verloren habe. Viele wohlhabende Immobilienbesitzer im Bezirk Meilen hätten sich seither auf die lärmfreie linksufrige Küste des Zürichsees und in die Innerschweiz zurückgezogen.

Adolf Spörri, Präsident der Stiftung gegen Fluglärm in Zürich, erwartet auch in Zukunft grosse Verluste bei den Immobilienbesitzern im Bezirk Meilen. Er sagt: „Mit der bevorstehenden Einführung der Südstarts werden die Immobilienpreise im Bezirk Meilen einbrechen.“

Der Wertverlust geht also rasant weiter. Vor allem grössere Objekte im höheren Preissegment sind davon überproportional betroffen. Damit ist auch der Wegzug der guten Steuerzahler zu erklären; somit könnten Steuersätze in den betreffenden Gemeinden erhöht werden und das trifft dann die gesamte Bevölkerung.

Die Milliardenverluste der Immobilienbesitzer sind der Bevölkerung kaum bewusst, da die Banken, die Vertreter der Immobilienbrache und Treuhänder, keinen Wert darauf legen, dieses Risiko zu benennen. Ihre Gewinne sind abhängig vom Glauben der Immobilienbesitzer, ihre Anlagen seien sicher.

Viele Verkäufe aus dem Bezirk Meilen flüchtender Investoren seien deshalb möglich, weil ausländische Privatkäufer sich sehr oft der Lärm- und Gesundheitsrisiken nicht bewusst seien. Spörri: „Hier gilt das Prinzip des ‚last fool‘, jener Käufer, die ahnungslos in die Falle gehen.“

Die Wertverluste, wie sie seit 2013 im Bereich der Südlandungen auf Kloten eingetreten sind, sind nur ein Vorspiel auf die Immobilien-Wertverluste, wie sie mit den in 4-5 Jahren zu erwartenden Südstarts der Fall sein werden.

Da die Lärmbelästigungen wesentlich grösser, die Umweltbelastung und die Gesundheitsrisiken überproportional zunehmen würden, ist nach Auffassung der Stiftung gegen Fluglärm mit einem zusätzlichen Wertverlust der Immobilien von bis zu 15% zu rechnen.

Adolf Spörri: „Es ist daher berechtigt, wenn die Bevölkerung im Süden des Flughafens Zürich sich gegen die ungesetzlichen Südlandungen wehrt, aber mehr noch gegen die drohenden Südstarts. Dadurch können in einigen Regionen Immobilien einen Wertverlust von bis zu 25% erleiden.

Weitere Auskünfte:

Stiftung gegen Fluglärm                          

Klaus J. Stöhlker
Pressesprecher
klaus.stoehlker@stoehlker.ch