Südanflug NEIN!

Zürich - Schweiz

Südstarts geradeaus
Keine Südstarts geradeaus!

Fluglärmverteilung

HAW 15.01.2024

Die Pistenverlängerungen des Flughafens Zürich, über die das Stimmvolk im März abstimmen wird, hat Auswirkungen auf die Fluglärmverteilung. Die Pistenverlängerungen führen zu einer leichten regionalpolitischen Verschiebung des Lärms. Allerdings sinkt die Anzahl Lärmbetroffener am Abend deutlich. Die Pistenverlängerungen führen zu weniger Lärm und früherer Nachtruhe in Winterthur. Die Fakten sind eindeutig.

Anflüge auf den Flughafen Zürich erfolgen standardmässig aus unterschiedlichen Richtungen. Am Morgen wird von Süden her gelandet, tagsüber von Norden und abends von Osten – aufgrund der deutschen Sperrzeiten. Abflüge finden nach Westen oder Norden statt. So ist der politische Kompromiss zur Lärmverteilung. Daran ändern die Pistenverlängerungen nichts. Im Gegenteil, sie ermöglichen es, dass öfters so geflogen werden kann, wie es bereits heute vorgesehen ist.

Aktuell ist die Piste 28 bei Anflügen von Osten bei Rückenwind oder Regen, Schnee und Eis zu kurz. In diesem Fall wird das Anflugregime angepasst und es wird auch abends von Süden angeflogen. Mit den Pistenverlängerungen können diese Flüge grossmehrheitlich im geplanten Betriebskonzept mit Landungen aus Osten durchgeführt werden.

Im Osten mehr Flüge, aber weniger über Winterthur

Was bedeutet das nun für die Stadt Winterthur? Bei Anflügen von Osten findet der Einflug in den sogenannten Queranflug im Thurgau oder über dem Zürcher Oberland statt. Danach folgt eine 90-Grad Kurve in den Endanflug für die Piste 28. Dieser Anflug führt grossflächig rund um die Stadt Winterthur vorbei. Die städtische Bevölkerung bleibt also im Ostkonzept vom Lärm verschont. Anders verhält es sich bei Anflügen aus dem Süden. Das sogenannte Südkonzept kommt dann zur Anwendung, wenn die Piste 28 aufgrund von Wind und Wetter für Landungen zu kurz ist. Der Einflug in den Gegenanflug findet kurz vor Winterthur statt und verläuft dann quer über das Winterthurer Stadtgebiet (Wolfensberg, Altstadt, Seen). Dieser ist in Winterthur wahrnehmbar und hörbar. Unzweifelhaft bestätigen auch die Flugspuren von Flightradar diese Überlegungen. Während am 4. Januar standardmässgig nach Ostkonzept geflogen wurde, musste am 5. Januar auf das Südkonzept umgestellt werden. Anhand des gleichen Flugs (LX 1353 aus Belgrad) können diese Unterschiede und der Sachverhalt bildlich dargestellt werden.

Mehr Nachtruhe für Alle

Die oben erwähnten Wechsel des Anflugregimes führen am Flughafen Zürich auch zu Verspätungen. Mit den Pistenverlängerungen können diese reduziert werden. Sie helfen auch abends am Flughafen selbst. Weil die nahe gelegene Piste 32 heute für die schweren Langstreckenmaschine am Abend zu kurz sind, müssen sie auf die weit entfernte Piste 34 rollen. Mit den Pistenverlängerungen reduziert sich die Rollzeit um bis zu 10min. Die gesamte Bevölkerung profitiert von mehr Nachtruhe, weil ein Teil der Langstreckenflugzeuge aufgrund kürzerer Rolldistanzen zur Piste 32 anstatt 34 früher in der Luft ist. Das gilt auch für Winterthur.

Fazit

Die Verlängerung der kürzesten Landepiste 28 würde zu einer konsequenteren Abwicklung des Flugbetriebs am Abend führen und den Lärm in Winterthur reduzieren. Die Verlängerung der Piste 32 würde zu einem früheren Betriebsschluss und somit zu mehr Nachtruhe führen. 

Ostkonzept

Ostkonzept: Landungen von Osten fliegen an der Stadt Winterthur vorbei

Südkonzept

Südkonzept: Landungen von Süden fliegen über die Stadt Winterthur