Interview mit René Kalt, Geschäftsführer «Innovationspark Zürich» in Dübendorf

Maumer Post 25.10.2019

Das Glattal boomt, Dübendorf ist die schnellst-wachsende Stadt der Schweiz. Auf dem Gelände des Flugplatzes entsteht derzeit mit dem Innovationspark ein regelrechtes Grossprojekt. Geschäftsführer des Innovationsparks ist der Maurmer René Kalt. Er rechnet mit bis zu 12’000 neuen Arbeitsplätzen, die dort entstehen sollen.

René Kalt, das Projekt Innovationspark ist ja schon lange im Gespräch. Sie haben im letzten Jahr entscheidende Grundlagen für die Entwicklung des Geländes in Dübendorf vorbereitet. Wo steht der Park heute?

Wir befinden uns hier im Pavillon, wo schon einige Elemente des zukünftigen Parks spielerisch inszeniert sind und der auch anlässlich von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich ist. Hier haben wir auch unsere Büros.
Inzwischen haben wir sechs Firmen, die in verschiedenen Bereichen der Innovation tätig und in der Warteposition in zugemieteten Büros beim Bahnhof Stettbach untergebracht sind. Sobald es hier losgeht, werden die Firmen umziehen.

Wann ist es denn soweit?

Im Moment sind wir noch blockiert durch einen Rekurs gegen den kantonalen Gestaltungsplan sowie eine Zonenumnutzung der Stadt Dübendorf, welche aber der Dübendorfer Souverän bereits bewilligt hat. Wir sind zuversichtlich, dass die Rekurse in absehbarer Zeit erledigt werden.
Weiter muss der Kanton noch das Land kaufen, das er danach der Arealentwicklung übergibt. Danach möchten wir mit der Bauphase 1 beginnen. Diese beinhaltet gemäss unserem Entwicklungskonzept eine etappierte Überbauung von 36 ha mit rund 360’000 m2 Geschossfläche. Wir bauen nur, was auch wirklich nachgefragt wird. Dafür haben wir – und das scheint mir sehr wichtig – mit HRS einen privaten Investor und Arealentwickler finden und verpflichten können. Es werden also private Mittel investiert. Diese erste Phase sollte 2030 enden. Danach kommt die weitere Überbauung des rund 70 ha grossen Areals.

Das ist sehr viel. Wie viel bedeutet dies in Arbeitsplätzen ausgedrückt?

In der ersten Phase gehen wir von ca. 1000 Arbeitsplätzen aus. Wenn das ganze Areal fertig erstellt sein wird, werden es je nach Nutzung zwischen 8’000 bis 12’000 sein.

Das gibt doch eine enorme Mehrbelastung für die Infrastruktur Dübendorfs, ja des ganzen Glattals. Wie holen Sie da die Bevölkerung ins Boot?

Der ganze Innovationspark ist ein Generationenprojekt und soll organisch wachsen, um Dübendorf die Möglichkeit zu geben, sich jederzeit einzubringen. In der ersten Phase mit ca. 1000 neuen Arbeitsplätzen gehen wir davon aus, dass die Verkehrserschliessung keine Mehrbelastung für das bestehende Netz darstellt. Danach werden laufende Diskussionen mit den verschiedenen Behörden die Bauetappen begleiten. Wir sprechen eigentlich viel mehr von einem Innovations-Quartier, das hier entsteht – ein Stadtteil von Dübendorf. Wir möchten, dass das Areal zu einem neuen und sehr spannenden Quartier Dübendorfs wird. Ein Campus mit Restaurants, urbanen Strukturen und all den innovativen Firmen, die sicher auch Angebote für die Öffentlichkeit bereithalten und einen Mehrwert für die Region bedeuten werden.

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Kommentar

Die Annahme, dass die erste Phase mit ca. 1000 neuen Arbeitsplätzen und die dafür nötige Verkehrserschliessung keine Mehrbelastung bringen wird, ist reines Wunschdenken und falsch. Der Verkehrslärm wird in der ganzen Region Glatttal schon in der ersten Phase weiter zunehmen.

Dazu kommen zusätzlich noch die vom Bund neu geplanten Südstarts geradeaus, dies ausgerechnet über eines schon heute am dichtesten besiedelten Gebiet der Schweiz.