Skyguide-Lotsen melden sich nach Urteil krank

20min 13.12.2018

Nachdem ein Skyguide-Fluglotse zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt wurde, melden sich einige seiner Kollegen krank. Dies führt zu Flugverspätungen.

Am Zürcher Obergericht wurde am Mittwoch der Skyguide-Fluglotse, der einen Beinhahe-Zusammenstoss zweier Flugzeuge verursachte zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Nun fühlen sich einige seiner Kollegen nicht fit genug, um bei der Arbeit zu erscheinen.

Ein Leserreporter meldete eine Verspätung eines Swiss-Fluges von Stockholm nach Zürich. Alle Passagiere seien genervt: «Die Pilotin sagte, man solle sich nicht auffregen und mit der Cabin Crew anständig umgehen. Grund für die Verspätung sei ein Streik von Skyguide in Zürich», so der Reporter. Viele Passagiere würden ihre Anschlussflüge verpassen.

Wie Raimund Fridrich, Sprecher von Skyguide auf Anfrage bestätigt, sei die Anflugrate auf den Flughafen Zürich um 10 Prozent reduziert, was zu Verspätungen führen kann. Das gestrige Urteil am Obergericht Zürich führte zu Verunsicherung und Unverständnis seitens der Flugverkehrsleiter. Zudem bringt die Komplexität des Flugbetriebs die Mitarbeiter an ihr Limit: «Dennoch haben sich nur ein paar wenige Mitarbeiter am Donnerstag krank gemeldet und die Operationen erfolgen normal», sagt Fridrich. Generell ist jeder Mitarbeiter angewiesen, nur dann zur Arbeit zu kommen, wenn er sich 100% fit fühle.

Jeder zweite Flug mit mehr als 15 Minuten Verspätung

Auch der Flughafen Zürich bestätigt die reduzierte Abflugrate. «Der aktuelle Flugbetrieb verhält sich wie an einem starken Wintertag», sagt Sprecher Philipp Bircher. Jeder zweite Flug habe mehr als 15 Minuten Verspätung.

Skyguide werde prüfen, ob es nötig sei, die Reduktion von zehn Prozent morgen aufrecht zu erhalten. Von einem Streik sei allerdings nicht die Rede